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Knochenmarkspende:Set zur Typisierung online anfordern

Die Corona-Krise droht womöglich, die Überlebenschancen von an Blutkrebs erkrankten Menschen zu verringern. Die Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) befürchtet, dass im Freistaat in diesem Jahr als Folge der Pandemie 20 000 neue Stammzellspender für Leukämie-Patienten fehlen werden. Grund: Die vom Coronavirus ausgehende Gefahr, so teilte ein Sprecher der AKB mit, mache es unmöglich, örtliche Aktionen zur Spendergewinnung mit vielen Helfern zu organisieren. "2019 konnten solche potenziellen Spender durch große Typisierungsaktionen an Berufsschulen, in Universitäten und Sportvereinen gewonnen werden", hieß es. Angesicht der Infektionsgefahr seien solche Aktionen derzeit aber nicht machbar.

Um dieses Jahr dennoch viele Neuregistrierungen von potenziellen Spendern zu ermöglichen, ruft die Stiftung nun dazu auf, sich online unter www.akb.de registrieren zu lassen. Danach wird den Spendewilligen ein "Lebensretter-Set" nach Hause geschickt. Damit ausgerüstet, können die Interessenten entweder selbst mit dem beiliegenden Tupfer einen Wangenabstrich machen. Sie können sich aber auch beim Hausarzt eine Blutprobe entnehmen lassen. Abschließend werden diese Proben kostenfrei an die AKB versandt.

Mit dem eingereichten Material wird der Gencode der spendewilligen Personen ermittelt, der - auf einer Datenbank gespeichert - weltweit abrufbar ist. Aktuell stehen gut 325 000 Spender aus Bayern als "genetische Zwillinge" bereit, um mit ihren Stammzellen Leukämie-Patienten das Leben zu retten.

© SZ vom 29.05.2020

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