CSU:"Architekten einer digitalen Heimat"

So lässt sich Seehofer treiben, umringt von den Seinen. Auffällig viele Kabinetts- und Landtagskollegen suchen in Banz seine Nähe. Trotz einer großen Journalistenschar fällt noch nicht einmal hinter vorgehaltener Hand ein böses Wort. Die Abgeordneten scharen sich regelrecht um den Parteichef, selbst Erwin Huber, der als Vorgänger im Parteivorsitz wohl nie richtig seinen Frieden mit dem Nachfolger machen kann, findet lobende Worte. Seehofer spiele eine positive und starke Rolle, sagt er.

CSU-Fraktion - Herbstklausur

Seehofer umringt von Journalisten im Kloster Banz.

(Foto: dpa)

Einstimmig beschließt die Fraktion auch ein Papier namens "Bayern 3.0" zum digitalen Umbau der Gesellschaft. Bevor Initiator Markus Blume das präsentieren kann, schlägt allerdings die analoge Vergangenheit zu. Ein Stromausfall wegen eines gekappten Kabels in Lichtenfels legt den Klosterbetrieb kurzzeitig lahm. Es gehe nicht nur um Technik, sagt Blume, als alles wieder läuft. Auch er wird pathetisch: "Wir sehen uns hier auch als Wegbereiter und Architekten einer digitalen Heimat."

Am Rande kommt es noch zu einem Scharmützel zwischen CSU und SPD. Weil das Internet im Tagungskloster überraschend flott funktioniert, schürt die Landtags-SPD Gerüchte, die CSU habe sich eigens für 50.000 Euro eine Breitbandleitung ins Kloster legen lassen und spricht von einer "eklatanten Verschwendung von Steuergeldern". In Wahrheit finanzierte die Tagungsstätte selbst, die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung, das Glasfaserkabel von Bad Staffelstein den Klosterberg hinauf. Schmid schäumt: "Das ist einfach kleinkrämerisch und zeigt, dass diese Partei nicht regierungsfähig ist."

© SZ vom 20.09.2012/wib
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