Klage gegen BR Franke will weniger Oberbayern im Programm

Er läuft und läuft und läuft: In "Irgendwie und Sowieso" stellt Ottfried Fischer als Sir Quickly sein Gespür für Ochse Ringo unter Beweis.

(Foto: Bayerischer Rundfunk)
  • Ein Rechtsanwalt aus Bamberg findet, dass der Bayerische Rundfunk in seinen Serien zu viel Altbayern und zu wenig Franken zeigt.
  • Er plant deswegen eine Klage vor einem bayerischen Verwaltungsgericht, um einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz feststellen zu lassen.
  • in einem von ihm ausgewerteten Jahr habe es mehr als 138 Stunden mit Serien und Spielfilmen aus Altbayern gegeben, hingegen nur vereinzelte Regionalkrimis aus Franken.
Von Olaf Przybilla

Er habe nichts gegen Oberbayern, München schon gar nicht, sagt der Bamberger Rechtsanwalt Manfred Hofmann. Immerhin wohne seine Schwester in München. Was Hofmann aber nicht will: dass die Serien des Bayerischen Rundfunks immer nur im Süden des Freistaats gedreht werden und Zuschauer also in den fiktionalen Sendungen des BR immer nur Altbayern zu sehen und hören bekommen.

Deshalb plant der Zivilrechtler nun eine Feststellungsklage. Ein bayerisches Verwaltungsgericht, wo er die Klage voraussichtlich einreichen wird, möge feststellen, dass der BR gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoße.

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung zeigt sich der Jurist überzeugt davon, dass der BR seine Gestaltungsfreiheit missbrauche. Seit Jahrzehnten würden die großen Serien wie "Irgendwie und sowieso", "Monaco Franze", "Polizeiinspektion", "Kir Royal" oder "Dahoam is dahoam" ausschließlich im Süden Bayerns gedreht.

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Weil die Franken ein Drittel der Fernsehgebühren bezahlen, verstoße das gegen den Gleichheitsgrundsatz. "Immer nur Altbayern, Altbayern, Altbayern", moniert Hofmann. Für den Norden Bayerns habe dies schwerwiegende Folgen.

Touristen werden in den Süden gelockt

Im Rest der Republik bekämen Zuschauer in solchen Serien nahezu ausschließlich Südbayern präsentiert, das deshalb häufig mit ganz Bayern gleichgesetzt werde, kritisiert Hofmann. Touristen interessierten sich auch deshalb überwiegend für den Süden Bayerns, obwohl im Norden Bayerns in Würzburg, Bamberg und Bayreuth Welterbe-Stätten zu entdecken wären.

Was in München nicht der Fall sei. Hofmann hat nach eigener Aussage ein beliebiges Jahr ausgewertet und ist dabei auf mehr als 138 Stunden BR-Sendezeit für Spielfilme und Spielserien mit altbayerischem Hintergrund gekommen. Aus Franken dagegen kämen nur vereinzelte Regionalkrimis. Und der geplante Franken-Tatort. "Viel zu spät und viel zu wenig", findet Hofmann.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Mittwochsausgabe der SZ oder in der Digitalausgabe - hier.

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