Wunsiedel (dpa) - Angesichts des großen Interesses an dem Fall des in einem Wunsiedeler Kinderheim getöteten Mädchens ruft die Katholische Jugendfürsorge (KJF) die Medien zur Mäßigung auf. Der kirchliche Verband beklagte am Wochenende in Regensburg „verstörende Darstellungen und reißerische Inhalte“. Kinder, Personal und die Leitung der Einrichtung lebten seit dem Tod des Kindes „im Krisenmodus“.
Spekulationen und falsche Darstellungen lösten Ängste aus, hieß es in der Mitteilung. „Manche Inhalte machten fassungslos, verzweifelt oder wütend. Im emotionalen Ausnahmezustand belastete dies die Kinder und Fachkräfte zusätzlich.“
Die Zehnjährige war in der Nacht zum 4. April in dem von der KJF der Diözese Regensburg betriebenen Heim getötet worden. Die Gewalttat hatte großes Aufsehen ausgelöst, weil zunächst der Verdacht bestand, dass andere Kinder das Mädchen umgebracht haben könnten. Mittlerweile sitzt ein 25-Jähriger in Untersuchungshaft. An der Tat beteiligt gewesen sein soll aber auch ein elf Jahre alter Junge, der zusammen mit dem Opfer in dem Kinderheim gelebt hatte.
© dpa-infocom, dpa:230430-99-506414/2
