Kiefersfelden:A 93 aus Furcht vor Bombe gesperrt

Riesenschreck am Grenzübergang bei Kiefersfelden: Am Donnerstagabend gegen 22.30 Uhr haben Bundespolizisten bei der Kontrolle eines Autos mit polnischem Kennzeichen im Fahrzeuginneren drei Metallrohre entdeckt, die für den Bau von Rohrbomben geeignet waren. Dazu stellten sie Zündvorrichtungen und Pulver sicher, das vom Aussehen und der Beschaffenheit her Schwarzpulver sein könnte. Aus Furcht, dass sich in dem Fahrzeug tatsächlich eine oder mehrere Rohrbomben befinden könnten, wurden die A 93 und der Grenzübergang komplett gesperrt. Außerdem wurden beide Rastanlagen geräumt und Sprengstoffexperten herbeigeholt.

Der Fall ist einigermaßen mysteriös. An Bord des Mittelklassewagens waren außer dem Fahrer, einem 38 Jahre alten Polen, drei Flüchtlinge aus Afrika, die nach Deutschland wollten. Außer den Gegenständen, die für den Bau von Rohrbomben getaugt hätten, stießen die Polizisten auf Rauschgift und mehrere Hieb- und Stichwaffen. Der Pole wurde festgenommen, machte allerdings zunächst keine Angaben dazu, woher er die Gegenstände hatte und was er mit ihnen anfangen wollte. Auch die drei Flüchtlinge aus Afrika wurden vernommen. Meldungen, nach denen sie von der Elfenbeinküste und aus Guinea stammen, wollte die Polizei aber nicht bestätigen. Die drei hätten keine Ausweise bei sich gehabt, erklärte ein Sprecher. Fest stehe bisher lediglich, dass sie versucht hätten, mit Hilfe des Polen illegal nach Deutschland einzureisen.

Erst am Freitagmorgen gegen 5.45 Uhr wurden die Autobahn, der Grenzübergang und die Raststationen wieder freigegeben. Der Pole und die drei Afrikaner wurden den ganzen Tag über intensiv vernommen. Das Fahrzeug wurde zu weiteren kriminaltechnischen Untersuchungen abtransportiert.

© SZ vom 01.10.2016 / cws
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