„Ich war …“ Kerstin Specht stoppt mitten im Satz, ihre Hand greift in die Luft. Eine weiße Feder schwebt weich und lautlos über dem großen Holztisch an der Vase mit den Pfingstrosenblüten vorbei. „Oh, das Land kommt zu uns!“ Das könnte jetzt ein sentimentaler Kommentar sein, aber so wie Specht das sagt, mit dieser Mischung aus ehrlichem Erstaunen und sanfter Ironie, ist eine Feder eine Feder eine Feder. Sie stammt wohl von einer Stadttaube aus der Ludwigsvorstadt, die der Münchner Föhnwind durch das große, weit geöffnete Fenster hereingetragen hat in Kerstin Spechts Zuhause im fünften Stock.
LiteraturMit 70 debütiert Kerstin Specht als Romanautorin
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Die Dramatikerin Kerstin Specht hat ihren ersten Roman geschrieben, der in ihrer Heimat, im Frankenwald spielt.
Johannes SimonAls junge Dramatikerin wurde sie gefeiert, dann wurde es stiller um sie. Jetzt veröffentlicht Kerstin Specht mit 70 „Mittelberge“ – ein spätes Erstlingswerk von großer Sprachkraft und Härte.
Von Jutta Czeguhn
