Kempten:Spektakuläre Funde in Bayerns ältester römischer Stadt

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Die bei Ausgrabungen in Kempten zu Tage geförderten Steinbauten gehören zu den ältesten in Deutschland. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

In Kempten finden Archäologen ein sehr gut erhaltenes römisches Wohnhaus mit Fußbodenheizung und Wandmalereien. Die Funde geben Aufschluss über die Urbanisierung des heutigen Bayerns.

Von Florian Fuchs, Kempten

Es muss ein herrschaftliches Gebäude gewesen sein, 800 Quadratmeter groß, mindestens zweistöckig. "Im Westend von Cambodunum", sagt Kemptens Stadtarchäologin Maike Sieler, beste Lage also. Davon zeugt auch die private Thermenanlage, die der einstige Hausherr einbauen ließ, samt Fußbodenheizung. Die Therme war mit einem erhöhten Mörtelboden ausgestattet, an allen Kanten gut abgedichtet. Ein Feuer an der Außenmauer blies konstant heiße Luft in den Hohlraum, wodurch sich der Boden darüber und damit der Heißbaderaum so stark erhitzte, dass er ohne Holzschuhe gar nicht betreten werden konnte. "Das ist die Spitze der römischen Baukunst", sagt Grabungsleiter Salvatore Ortisi, Professor für Provinzialarchäologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), über das freigelegte Wohnhaus.

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