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Kempten:Pflegebedürftiger stirbt bei Raub

Im Prozess wegen gemeinschaftlichen Mordes an einem Pflegebedürftigen hat sich der Hauptangeklagte als Opfer eines inzwischen toten, ursprünglich Mitverdächtigten dargestellt. "Er hat mich benutzt und ausgenutzt", sagte der 29-Jährige zum Auftakt des Verfahrens vor dem Kemptener Landgericht am Montag. Der ursprünglich Verdächtigte habe ihm gedroht, seiner Familie etwas anzutun, falls er nicht bei seinem Tatplan helfe. Zudem habe nicht er selbst, sondern der ursprünglich Verdächtigte die Tat begangen. Der Mann kann sich dazu allerdings nicht mehr äußern, er hat sich in der Untersuchungshaft das Leben genommen. Laut Staatsanwaltschaft sollen die beiden Syrer Mitte März gemeinsam den Plan gefasst haben, einen pflegebedürftigen Mann in dessen Wohnung in Kaufbeuren zu fesseln, zu knebeln und zu berauben. Der Hauptangeklagte soll das Opfer dann hilflos zurückgelassen und dabei in Kauf genommen haben, dass der Mann erstickte. Mit angeklagt wegen Begünstigung und Hehlerei ist ein jüngerer Bruder des Angeklagten, der einen Teil der Beute bekommen haben soll. Das Landgericht hat drei Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte am 3. Dezember fallen. Dem Hauptangeklagten droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Freiheitsstrafe.

© SZ vom 01.12.2020 / dpa/van
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