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Katrin Poleschner neue Vorsitzende:Junge Union wählt Quoten-Rebellin an die Spitze

Erstmals in ihrer Geschichte wird die Junge Union in Bayern von einer Frau geführt. Die 27-jährige Katrin Poleschner hat sich vor allem als vehemente Gegnerin der Frauenquote in der CSU einen Namen gemacht.

Die Junge Union in Bayern wird zum ersten Mal in ihrer Geschichte von einer Frau geführt. Die bisherige Vizechefin Katrin Poleschner wurde am Freitagabend im niederbayerischen Essenbach mit 92 Prozent der Stimmen zur Vorsitzenden der CSU-Nachwuchsorganisation gewählt.

Landesversammlung Junge Union Bayern 2011

Will auch künftig einen selbstbewussten Kurs gegenüber der Parteispitze fahren: Die neue JU-Chefin Katrin Poleschner

(Foto: dpa)

Die 27-Jährige war im vergangenen Jahr als vehemente Gegnerin der von CSU-Chef Horst Seehofer in der Partei durchgesetzten Frauenquote bekannt geworden. Bei der JU-Landesversammlung machte sie deutlich, dass sie auch künftig einen selbstbewussten Kurs gegenüber der Parteispitze fahren will. Poleschner kündigte nach Teilnehmerangaben an, sie wolle in der CSU nicht "den großen Harmoniepreis" gewinnen.

Poleschner will als neue Vorsitzende drei Schwerpunkte setzen: Generationengerechtigkeit, Familien- und Wirtschaftspolitik. Anders als der bisherige JU-Vorsitzende Stefan Müller hat Poleschner kein Abgeordnetenmandat und ist keine Berufspolitikerin. Sie will die ehrenamtliche Mitarbeit in der JU wieder stärken.

In ihrer Bewerbungsrede attackierte Poleschner die SPD und deren Spitzenkandidaten für die bayerische Landtagswahl im Herbst 2013, den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude. Die SPD tappe derartig im Dunkeln, dass sie selbst ein Münchner "Glühwürmchen" als Lichtgestalt wahrnehme.

Der bisherige JU-Chef Müller hatte wegen der Altersgrenze in der Organisation nicht erneut kandidiert. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag mahnte in seiner Abschiedsrede eine solide Finanzpolitik an.

© sueddeutsche.de/dapd/dpa/dmo/gba

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