Katholische Kirche:"Bitte stellen Sie sich dem weltlichen Gericht"

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Katholische Kirche: Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 im Petersdom.

Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 im Petersdom.

(Foto: Claudio Onorati/picture alliance/dpa)

Die "Initiative Sauerteig" appelliert an den emeritierten Papst Benedikt XVI., sich an der gerichtlichen Aufarbeitung des Missbrauchsfalles Peter H. zu beteiligen. Die Frist für eine Stellungnahme läuft kommende Woche ab.

Die "Initiative Sauerteig" aus Garching an der Alz hat einen Appell an den emeritierten Papst Benedikt XVI. gerichtet, sich an der gerichtlichen Aufarbeitung des Falles Peter H. zu beteiligen. "Sehr geehrter Papst em. Benedikt, bitte stellen Sie sich dem weltlichen Gericht", steht in einem Brief, den die Initiative nach Angaben ihrer Sprecherin Rosi Mittermeier am Samstag nach Rom geschickt hat. "Nach unserem Verständnis setzt Vergebung tatkräftige Reue voraus und mündet in konkretes Bemühen um Wiedergutmachung für die Betroffenen."

Die Initiative unterstützt die Klage eines 38-jährigen Mannes, der nach eigenen Angaben von dem verurteilten Wiederholungstäter Priester H. missbraucht wurde. Er hatte im Sommer am Landgericht Traunstein eine Zivilklage, eine sogenannte Feststellungsklage, erhoben. Das Gericht hat inzwischen ein Vorverfahren eingeleitet und den emeritierten Papst um eine Stellungnahme gebeten. Strafrechtlich hat das Ganze zwar keine Bedeutung mehr, aber es geht um die Frage, ob die Verantwortlichen eine Mitschuld tragen.

Der pädophile H. war 1980 aus dem Bistum Essen zu Therapiezwecken ins Erzbistum München und Freising geschickt worden, damals war Kardinal Joseph Ratzinger Münchner Erzbischof. H. wurde trotz seiner Vorgeschichte wieder in der Seelsorge eingesetzt und war 20 Jahre lang in Garching an der Alz tätig, dort wurde er erneut übergriffig. Nach Angaben der "Sauerteig"-Initiative läuft die Frist für eine Stellungnahme Ratzingers nächste Woche ab.

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