KatholikentagGrüne Lang, Bischof Jung: Kritik an Politik am Bürger vorbei

Beide sprachen vor mehr als 1.000 Zuschauern.
Beide sprachen vor mehr als 1.000 Zuschauern. Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wenn Hilfen am Alltag vorbeigehen: Warum Bischof Jung und Ex-Grünen-Chefin Lang fordern, die Menschen stärker in politische Entscheidungen einzubinden.

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Würzburg (dpa) - Die Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang und der Würzburger Bischof Franz Jung appellieren an politische Entscheidungsträger, mehr mit den Menschen zu reden, für die sie handeln. „Es werden Hilfsmaßnahmen beschlossen, die aber völlig an dem vorbeigehen, was sich die Leute eigentlich wünschen“, kritisierte Jung beim 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg. Auch wenn der Bischof sich nicht auf einen konkreten Fall bezog, so wurde unterschwellig deutlich, dass er die gescheiterte 1000-Euro-Prämie als Ausgleich für hohe Spritpreise meinte.

Lang warnte davor, Debatten über den Kopf von Menschen zu führen, die es betreffe. „Niemals über uns ohne uns“, zitierte sie einen Leitspruch der Behindertenrechtsbewegung.

Die Politikerin ist nach eigenen Worten keine praktizierende Christin.
Die Politikerin ist nach eigenen Worten keine praktizierende Christin. Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Bischof und die Politikerin hatten vor mehr als 1.000 Zuschauern über die Passage im Markusevangelium gesprochen, in der es um die Heilung des blinden Bartimäus durch Jesus geht.

Leitwort „Hab Mut, steh auf!“

Katholikentage werden vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken veranstaltet, das die katholische Zivilgesellschaft in Deutschland vertritt. Das Leitwort für die Veranstaltung in Würzburg ist „Hab Mut, steh auf!“. Mehrere Zehntausend Menschen werden bis zum Sonntag in der Mainstadt erwartet. Der nächste Katholikentag findet in zwei Jahren im nordrhein-westfälischen Paderborn statt.

© dpa-infocom, dpa:260516-930-86557/2

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