Mini-Gotteshaus in SchwabenKapelle aus dem 3D-Drucker

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Dieser 3D-Drucker verichtet gerade sein göttliches Schaffenswerk. Das gewünschte Produkt: eine Kapelle.
Dieser 3D-Drucker verichtet gerade sein göttliches Schaffenswerk. Das gewünschte Produkt: eine Kapelle. Foto: Rupp Gebäudedruck

Im Bibertal entsteht das mutmaßlich erste Gotteshaus aus dem 3D-Drucker – aber wer soll nur zum Schutzpatron werden?

Glosse von Florian Fuchs

SZ bei Google bevorzugen

Es gibt Schutzpatrone für Architekten, es gibt Schutzpatrone für Zimmerleute, sogar die Tunnelbauer haben Barbara von Nikomedien, christliche Jungfrau und Märtyrerin. Auch die Drucker haben einen, Johannes von Gott, Stifter des Ordens der Barmherzigen Brüder. Bevor er sich den Kranken und Siechenden widmete, war Johannes ein spanischer Buchhändler. Er ist deshalb auch Schutzheiliger für Buchdrucker. Aber genau hier liegt das Problem: Zählt zu seinem Tätigkeitsfeld dann auch der moderne 3D-Druck? Und was ist mit Bauwerken aus 3D-Druckern?

Die katholische Kirche muss hier nachschärfen, irgendjemand muss ja zuständig sein. Im schwäbischen Bibertal, zwischen Anhofen und Ettlishofen am Feldweg zu den Fischweihern, wären sie wohl dankbar für eine rasche Klärung, sonst widmen sie ihre Kapelle vielleicht Petrus, dem Fischer. Wegen der Nähe zu den Weihern. Dabei ist es, so mutmaßen die Erbauer in der Günzburger Zeitung, die wahrscheinlich weltweit erste Kapelle aus dem 3D-Drucker, die dort entstehen soll. Und da wäre es doch passend, Johannes von Gott zu wählen – oder wer immer sonst für verantwortlich erklärt wird.

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Das Unternehmen Rupp Gebäudedruck hat im Weißenhorner Ortsteil Wallenhausen vor Jahren bereits Europas erstes mit 3D-Drucktechnik erbaute Mehrfamilienhaus errichtet. Die verantwortliche Familie Rupp hat es als ökologisch wie ökonomisch sinnvoll angepriesen, weil so ein Haus schneller und kostengünstiger hochgezogen werden kann als in konventioneller Bauweise. Und wenn man heute eines weiß, dann, dass der Wohndruck bis in den ländlichen Raum hinein so groß ist, dass schnelles und kostengünstiges Bauen keine ganz schlechte Idee ist.

Bei Kirchen und Kapellen stellt sich das anders dar. Es ist ja eher so, dass Gotteshäuser mangels Frequenz heutzutage entweiht werden. Da ziehen dann Kletter- oder Kulturzentren ein. Insofern setzt die fünf Quadratmeter große Kapelle in Bibertal einen wohltuenden Kontrapunkt. Im Herbst soll das Fundament gesetzt werden, einen Dachstuhl braucht es auch noch. Das Rohgebäude aus Beton ist bereits gedruckt und steht auf dem Hof des Familienunternehmens. Außen ist ein Kreuz aufgedruckt, ansonsten sieht es aus wie vom Zuckerbäcker gefertigt: mit geriffelter Wandstruktur, die durch die einzelnen Schichten aus dem Spritzer des Druckers entsteht.

Wenn die katholische Kirche sich bis Herbst nicht bewegt, wäre das vielleicht noch eine Möglichkeit: der Heilige Honorius von Amiens als Patron der Kapelle – Schutzheiliger der Bäcker.

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