Festival in LandshutDer ganze Glanz der Kammermusik

Lesezeit: 2 Min.

Freude am gemeinsamen Musizieren: Christian Tetzlaff, Festivalleiter Mikhail Pochekin und sein Bruder Ivan Pochekin, hier bei einem der Festivalkonzerte 2024.
Freude am gemeinsamen Musizieren: Christian Tetzlaff, Festivalleiter Mikhail Pochekin und sein Bruder Ivan Pochekin, hier bei einem der Festivalkonzerte 2024.
Oliver Röckle

Zum vierten Mal lädt der Geiger Mikhail Pochekin zum Kammermusikfestival in den Landshuter Rathaussaal. Das Programm mit international gefeierten Musikern ist wieder exquisit.

Von Harald Eggebrecht

SZ bei Google bevorzugen

Die Begeisterung, mit der der Geiger und künstlerische Leiter des Kammermusikfestivals in Landshut, Mikhail Pochekin, 36, über seine Freude an der Vielfalt kammermusikalischer Besetzungen spricht, steckt an: „Besonders nicht so geläufige, gleichwohl grandiose Stücke aufzuführen, macht größten Spaß, wenn man so hervorragende Musiker wie hier versammeln kann!“ Das Tolle sei, dass sie die ganze Woche zusammen verbringen, proben und arbeiten und dann einstudierten Werke präsentieren könnten. Noch bis zum Sonntag, 30. August, sind die Konzerte im historischen Landshuter Rathaussaal zu erleben, der etwa 400 Plätze bereithält. Die Akustik sei gut, betont Pochekin.

Am Donnerstag, 27. August, beginnt das Konzert mit dem Klavierquartett g-Moll KV 478, mit dem Mozart ein neues Kammermusikgenre kreierte. Es folgt das Adagio aus Alban Bergs Kammerkonzert von 1924/25, eigentlich für Klavier und Geige mit 13 Blasinstrumenten. Doch Berg selbst schuf beim Adagio 1935 eine Trioversion für Klarinette, Violine und Klavier. Danach werden fünf Fugen geboten, die Mozart aus Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ für Streichquartett bearbeitete. Den wuchtigen Schluss bildet das g-Moll-Klavierquintett op. 57 von Dmitri Schostakowitsch, 1940 komponiert. Auch hier wirkt das Vorbild Bach. Es spielen Mikhail Pochekin, Diana Tishchenko, Luis Suarez, Violine, Jano Lisboa und WenXiao Zheng, Viola, Simon Tetzlaff und Ivan Karizna, Cello, Pablo Barragán, Klarientte und Martina Consonni und Michail Lifits, Klavier.

Am Freitag, 28. August, gibt es „nur“ zwei, allerdings gehaltvolle Stücke zu hören: Sergej Rachmaniniovs melancholisches Trio élégiaque op. 9 und das c-Moll-Klavierquartett op.60 von Johannes Brahms mit den Brüdern Pochekin Mikhail und Ivan, Violine,  Jano Lisboa, Viola, Ivan Karizna und Yuya Okamoto, Cello, und Michail Lifits und Eldar Nebolsin, Piano.

Neugotischer Prunk: Der große Festsaal im Landshuter Rathaus  wurde 1878 vom Grazer Architekten Georg Hauberisser gestaltet, der auch die Innenausstattung des neuen Rathauses in München geplant hat.
Neugotischer Prunk: Der große Festsaal im Landshuter Rathaus  wurde 1878 vom Grazer Architekten Georg Hauberisser gestaltet, der auch die Innenausstattung des neuen Rathauses in München geplant hat.
Oliver Röckle

Der vierte Abend (Samstag 29. 8.) bietet neben der immer Staunen erregenden 10. Klavier/Violinsonate op. 96 von Ludwig van Beethoven das inzwischen häufiger aufgeführte eindrucksvolle Klaviertrio von 1921 der großartigen britischen Komponistin Rebecca Clarke und Edward Elgars einziges, sehnsuchtsvolles Klavierquintett op. 84. Dieses mal geigen Mikhail Pochekin und Diana Tshchenko und Luis Suarez, die Viola spielt WenXiao Zheng, am Cello sitzt Simon Tetzlaff. Am Klavier Eldar Nebolsin und Martina Consonni.

Der Sonntag, 30. August, beginnt mit einer Matinee (12 Uhr), Titel „Im Geiste der Oper“. Hier wird es so virtuos wie vergnüglich zugehen, denn neben Mozarts Duo für Geige und Bratsche und seiner c-Moll Klavierfantasie KV 475 wird Franz Liszts feurige Rigoletto-Paraphrase oder Niccolò Paganinis brillante Violin-Variationen über „Di tant palpiti“ aus Gioachino Rossinis Oper „Tancredi“ oder eine Carmen-Fanatasie für Klavier und Klarinette von Nicolas Baldeyrou gespielt werden nebst weiteren Überrraschungen. Mit von der Partie sind Ivan Pochekin und die Stipendiatin Yuki Serino,  Violine, WenXiao Zheng, Viola, Pablo Barragán, Klarinette und Martina Consonni, Klavier.

Zum Abschluss erklingen Sonntagabend Joseph Haydns Klaviertrio Hob. XV: 27, Mozarts seltenes Hornquintett KV 407 und Franz Schuberts glorioses Oktett D 803. Da treten dann an: Mikhail Pochekin und Yuki Serino, Violine, Jano Lisboa und WenXiao Zheng, Viola, Simon Tetzlaff und Yuya Okamoto, Cello, Pablo Barragán, Klarinette, und Pablo Neva Collazo, Horn, und die Pianistin Martina Consonni. Dazu gesellen sich zwei weitere Stpendiaten: Der Fagottist Esteban Wiart und der Kontrabassist Omar Bishara.

Kammermusikfestival Landshut, 27. bis 30. August, Rathaussaal Landshut. Informationen unter www.kammermusik-festival-landshut.de

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Die Opera incognita mit „König Roger“
:Oper zwischen Mumien und Hieroglyphen

Die Lust der Opera Incognita auf Entdeckungen und unkonventionelle Spielorte ist ungebremst. Jetzt spielt das freie Münchner Kollektiv Karol Szymanowskis „König Roger“ im Ägyptischen Museum.

Von Paul Schäufele

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: