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Justiz - München:Hochstapler arbeitet ohne Abschluss drei Jahre als Anwalt

Bayern
Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten. Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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München (dpa) - Sein Jurastudium hat er nach sechs Semestern abgebrochen - als Anwalt hat ein Mann in Bayern trotzdem jahrelang gearbeitet. Dafür wurde der 35-Jährige aus dem Landkreis Freising Ende November wegen Betrugs und Urkundenfälschung verurteilt. Der Mann habe sich in einem Münchner Notariat, in dem er ausgebildet wurde, gefälschte Zeugnisse mit Bestnoten ausgestellt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts München am Freitag.

Damit habe er eine Zulassung bekommen und drei Jahre in Kanzleien und einem Versicherungsunternehmen gearbeitet, sagte der Sprecher. Als sich eine Kanzlei nach seinen Zeugnissen erkundigte, flog die Hochstaplerei auf: Eines war auf einen Feiertag datiert. Zu seinem Motiv sagte der Mann laut Gericht: "Das Geld war es nicht (...). Es war die Unfassbarkeit, dass ich trotz meiner fehlenden juristischen Ausbildung so gut vorankam."

Wegen versuchten Betrugs in einigen Fällen und Urkundenfälschung wurde er zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Er muss zudem etwa 326 000 Euro Entschädigung zahlen. Er hat Berufung angekündigt. Im Prozess war berücksichtigt worden, dass er kooperativ war und psychisch erkrankt ist. Mittlerweile macht er eine Ausbildung zum Handwerker.

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