Justiz in Bayern:Wie holt man ein verlorenes Leben nach?

Lesezeit: 11 min

Justiz in Bayern: Manfred Genditzki hat immer an die Justiz geglaubt, er hat sich die Gerichtsshows im Fernsehen angeschaut. Aber als sein Revisionsantrag 2012 vor Gericht abgelehnt wird, "war für mich erst mal das Licht aus".

Manfred Genditzki hat immer an die Justiz geglaubt, er hat sich die Gerichtsshows im Fernsehen angeschaut. Aber als sein Revisionsantrag 2012 vor Gericht abgelehnt wird, "war für mich erst mal das Licht aus".

(Foto: Julian Baumann)

Dreizehn Jahre lang saß Manfred Genditzki im Gefängnis für eine Tat, die er von Anfang an bestritten hatte. Dann kam der Anruf, dass er ab sofort ein freier Mann ist. Über eine frustrierend lange Suche nach der Wahrheit.

Von Hans Holzhaider, Rottach-Egern

Um neun Uhr am vergangenen Freitag, kurz vor Ende der Frühschicht, klingelte das Telefon in der Wäscherei der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech. Einer der Beamten hob ab und gab das Telefon an den Gefangenen Manfred Genditzki weiter: "Für Sie." Dran war die Geschäftsstelle, eine Frauenstimme. "Herr Genditzki, Sie können Ihre Sachen packen. Sie sind frei." Und dann sagte sie noch: "So was hab ich hier in 20 Jahren noch nicht erlebt."

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Zigarettenrauch
Essay
Rauchen, um sich ganz zu fühlen
Geheimdienste im Ukraine-Krieg
An der unsichtbaren Front
Top high view image of two best friends lovers lesbians LGBT couple boyfriend and girlfriend lying on couch watching TV and surfing the Internet together on weekends. Happy relationship on lockdown; eifersucht handy
Smartphone
Der Beziehungsfeind Nr. 1
Politische Gefangene Maria Kolesnikowa in Belarus
"Dieser ständige Druck wirkt sich auf die Gesundheit aus"
Erbschaft
Jetzt noch schnell das Haus verschenken
Zur SZ-Startseite