Jugendkriminalität in BayernFast 10 000 Kinder wurden 2025 zu Straftätern

Lesezeit: 1 Min.

Vor allem bei Drogendelikten ist oft auch der Pausenhof der Tatort.
Vor allem bei Drogendelikten ist oft auch der Pausenhof der Tatort.
Armin Weigel/dpa
  • In Bayern sank 2025 die Zahl junger Tatverdächtiger um 5,2 Prozent, dennoch wurden fast 10 000 Kinder zu Straftätern.
  • Bei Messerangriffen junger Menschen haben 55 Prozent bereits andere Straftaten begangen und 25 Prozent psychische Probleme.
  • Jeder fünfte Messerangriff hängt mit Drogengeschäften zusammen, die Hälfte der Delikte ereignet sich an öffentlichen Plätzen.
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Die Zahl ist vergangenes Jahr damit gesunken. Gleiches gilt für jugendliche Straftäter. Eigentlich gute Nachrichten. Sorgen bereitet den Ermittlern jedoch die Entwicklung bei Gewaltdelikten.

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In Bayern haben im vergangenen Jahr weniger junge Leute eine Gewalttat verübt – dennoch spielen sich auf Straßen, Bahnhöfen und auch Schulhöfen noch immer Gewaltdelikte ab, bei denen teilweise sogar Kinder zu Straftätern werden. Die Gesamtzahl junger Tatverdächtiger ist im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent gesunken, wie aus dem Kinder- und Jugendbericht des Landeskriminalamts (LKA) hervorgeht.

Auch am Tatort Schule gab es weniger Delikte: Die Zahl ging im Vergleich zum Jahr 2024 um 10,5 Prozent auf 8989 Straftaten zurück.

Die Zahl der Kinder, die zu Straftätern geworden sind, ist ebenfalls leicht rückläufig – um 2,6 Prozent. Dennoch wurden auch 2025 fast 10 000 Kinder registriert, die Straftaten begangen haben. Ihr Anteil an Gewaltdelikten ist sogar weiter gestiegen.

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Die Zahl der Kinder im Alter von 13 Jahren und jünger, die Opfer von Straftaten wurden, nahm 2025 im Jahresvergleich um 3,1 Prozent zu. „Damit erreichen die Opferzahlen der Kinder einen neuen Höchststand und liegen erstmalig über denen der Jugendlichen“, heißt es in dem LKA-Bericht. Auch bei den Tatverdächtigen legte die Gruppe der unter 13-Jährigen zu.

Das Landeskriminalamt hat zudem eine Fallanalyse zu Straftaten mit Messern angelegt. Daraus wird deutlich, dass junge Menschen, die zum Messer greifen, um damit eine Gewalttat zu verüben, meist vorher schon eine kriminelle Karriere oder psychische Probleme haben.

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Zu den Risikofaktoren, die häufig schon vor einem Messerangriff zugrunde liegen, gehören demnach insbesondere psychische Auffälligkeiten. Bei rund einem Viertel der jungen Messerangreifer im Alter von unter 21 Jahren seien psychische Probleme bereits in den Akten hinterlegt. 55 Prozent wiesen bereits andere Konfrontationen mit dem Gesetz auf – meist ging es dabei um Körperverletzung, Raub, Nötigung oder Bedrohung.

38 Prozent der jungen Täter – aber auch fast 30 Prozent der Opfer – sind den Angaben zufolge vor dem Messerzwischenfall mit dem Betäubungsmittelgesetz in Konflikt geraten. Überhaupt hänge jeder fünfte Messerangriff mit der Anbahnung von Drogengeschäften zusammen. Die Hälfte der Delikte spiele sich an öffentlichen Plätzen ab, 11,3 Prozent an Schulen.

Täter und Opfer stünden fast immer in irgendeiner Beziehung zueinander und seien oft etwa gleich alt. In aller Regel werde bei den Zwischenfällen niemand verletzt. Das Messer werde lediglich zur Einschüchterung eingesetzt. Sechs Prozent der Opfer erleiden allerdings auch schwere Verletzungen, drei Prozent werden sogar lebensgefährlich verletzt.

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