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Landesjagdverband:Jägerpräsident Vocke zieht sich zurück

Durchsuchung beim Jagdverband wegen Untreue-Vorwürfen

Jürgen Vocke tritt als Präsident des Bayerischen Jagdverbandes zurück.

(Foto: dpa)

Ein Vierteljahrhundert führte er den Jagdverband, zuletzt wurden ihm zahlreiche finanzielle Unregelmäßigkeiten vorgeworfen. Nun lässt er sein Amt ruhen.

Der umstrittene bayerische Jägerpräsident Jürgen Vocke lässt sein Amt an der Spitze des Landesjagdverbands ruhen. Dies ist nach Angaben von Teilnehmern das Ergebnis einer achtstündigen Präsidiumssitzung am Montag in der Verbandszentrale in Feldkirchen. Damit beugt sich der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete dem wachsenden Druck aus den Kreisgruppen und dem Präsidium. Vocke, der den Verband ein Vierteljahrhundert geführt hat, werden zahlreiche finanzielle Unregelmäßigkeiten vorgeworfen. So soll er beträchtliche Aufwandsentschädigungen kassiert sowie hohe Spesensummen abgerechnet haben. Ein im Frühjahr zur Klärung der Unregelmäßigkeiten eingesetzter Wirtschaftsprüfer sieht deswegen sogar die Gemeinnützigkeit des Jagdverbands in Gefahr. Vocke hatte zuletzt versucht, diesen Wirtschaftsprüfer durch eine andere Kanzlei ablösen zu lassen. Doch nachdem Vocke am Montagnachmittag seinen Rückzug erklärt und die Präsidiumssitzung nach vier Stunden gegen 15 Uhr verlassen hatte, beschlossen die verbliebenen Mitglieder nach Teilnehmerangaben, den Prüfer von seiner Schweigepflicht zu entbinden. Damit kann er bei strafrechtlichen Ermittlungen gegen Vocke als Zeuge auftreten.

Am Montag vergangener Woche hatten die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei die Zentrale des Jagdverbands und Vockes private Räumlichkeiten durchsucht und zahlreiche Unterlagen und Datenträger sichergestellt. Grund für die Ermittlungen ist eine Strafanzeige wegen des Verdachts auf Untreue, die der Memminger Jäger-Kreisvorsitzende Andreas Ruepp gegen Vocke und den früheren Landesschatzmeister des Verbands gestellt hatte.

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Auch die 2018 ins Amt gewählte Schatzmeisterin Mechtild Michaela Maurer hatte auf Aufklärung gedrängt. Zuletzt hatten immer mehr Kreisgruppen für die außerordentliche Delegiertenversammlung am 26. Oktober in Schrobenhausen Anträge auf eine sofortige Abwahl Vockes oder gleich des gesamten Präsidiums gestellt. Die verbliebenen Präsidialen wollen am nächsten Jägertag im März in Lindau voraussichtlich eine Neuwahl des kompletten Präsidiums anbieten. Für diesen Jägertag hatte Vocke schon vor Monaten seinen Rückzug angekündigt.

Nach Vockes Abgang am Montag soll nun übergangsweise sein Stellvertreter Thomas Schreder den Verband führen. Der Vizepräsident ist auch Vorsitzender der oberbayerischen Jäger und hauptamtlicher Sprecher des Verbands. Er leitete auch die zweite Hälfte der Sitzung am Montag.

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