Iphofen in UnterfrankenGeplanter Gipsabbau  – aktuelle Unterlagen zu möglichen Folgen

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Die Knauf-Zentrale in Iphofen in Unterfranken.
Die Knauf-Zentrale in Iphofen in Unterfranken. Daniel Karmann/dpa

Ein Baustoffhersteller plant den Abbau von Gips im großen Stil in Unterfranken. Naturschützer und Gemeinden aber haben Bedenken. Gegen das Projekt gibt es bereits mehr als 3000 Einwendungen.

Vom 6. Oktober an werden alle Unterlagen zum geplanten neuen Gips-Bergwerk der Firma Knauf in Unterfranken nochmals für einen Monat ausgelegt. Sie seien unter anderem auf der Internetseite der Regierung von Oberfranken einsehbar, teilte die Behörde in Bayreuth mit.

Die bisherigen Dokumente seien von dem Unternehmen aus Iphofen (Landkreis Kitzingen) aktualisiert worden, etwa hinsichtlich der Belastung durch Lkw-Verkehr sowie der Auswirkungen möglicher Sprengungen in dem Bergwerk. Das soll in der sogenannten Altertheimer Mulde südwestlich von Würzburg entstehen. Gegen das Projekt gibt es bereits mehr als 3000 Einwendungen, vor allem hinsichtlich des Grund- und Trinkwasserschutzes.

„Wir sehen die Neuauslegung als Chance, auf wesentliche Bedenken einzugehen, die wir aus den bisherigen Stellungnahmen und Einwendungen (…) mitgenommen haben“, sagte der Geschäftsleiter Technik bei der Knauf Gips KG, Marco Pabstmann. „Denn wir möchten das Bergwerk partnerschaftlichmit den Menschen in der Region umsetzen.“ Die weiteren Untersuchungen bestätigen nach Unternehmensangaben, dass das Bergwerk sicher und ohne wesentliche Beeinträchtigungen für die Anwohner betrieben werden könne.

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Bereits im Dezember 2017 hatte die Firma einen Antrag zur Errichtung des Bergwerks gestellt. Seither gab es umfangreiche Untersuchungen etwa zum Thema Grundwassersicherheit, Naturschutz, Staub und Verkehr. Im November 2024 legte Knauf der Behörde den neu gefassten Antrag zur Zulassung vor. Erstmalig lagen die Dokumente zu Jahresbeginn öffentlich aus, um die betroffenen Gemeinden und die Bürger ausführlich über die Pläne zu informieren und die Möglichkeit für Stellungnahmen und Einwendungen zu geben. Auch Behörden und Verbände konnten sich äußern.

Wann das bei der Regierung von Oberfranken angesiedelte Bergamt Nordbayern über den Antrag Knaufs entscheiden wird, ist nicht absehbar. Bis zum 20. November könnten nun neuerliche Einwendungen und Stellungnahmen eingereicht werden – die bisher eingereichten Dokumente behalten laut Behörde ihre Gültigkeit.

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Das Unternehmen möchte etwa 2027 mit dem Abbau beginnen. Das Bergwerk soll sich über rund 7,1 Quadratkilometer erstrecken. Knauf rechnet mit einem Gipsvorkommen von rund 100 Millionen Tonnen, etwa 48 Millionen Tonnen seien abbaufähig.Das Gelände liegt in einem Gebiet, aus dem unter anderem Würzburg sein Trinkwasser bezieht. Knauf beteuert, der Abbau werde die Versorgung nicht gefährden. Naturschützer und andere haben Bedenken.

Knauf zufolge hat ein unabhängiges Gutachten ergeben, dass durch den Abbau keine nachteiligen Auswirkungen auf die Trinkwassergewinnung sowohl in Menge als auch in Qualität zu erwarten sind. Eine mindestens neun Meter dicke, Wasser abdichtende Tonschicht trenne das Bergwerk von den Wasser führenden Schichten. Grundwasser-Messstellen sollen den Abbau überwachen.

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