Innere Sicherheit Neue Jacken für Sicherheitswacht

1500 Helfer soll es bald geben. Sie sehen der Polizei recht ähnlich

Bayerns Sicherheitswacht wird besser ausgerüstet und soll leichter erkennbar sein. Zum 25-jährigen Bestehen erhalten die ehrenamtlichen Polizei-Helfer neongelbe Warnwesten, Taschenlampen und ein besseres Pfefferspray. Das Vorbild ihrer neuen dunkelblauen Einsatzjacken sind die modernen bayerischen Polizeiuniformen.

Die Zahl der Mitarbeiter solle von heute etwa 1000 auf 1500 steigen, bekräftigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Vorstellung der neuen Ausstattung am Donnerstag in Nürnberg. Das könne allerdings bis 2022 dauern, zwei Jahre länger als bisher geplant.

Die Grünen im Landtag kritisieren den Ausbau. Das Geld solle besser in die Polizei investiert werden, sagte Fraktionschefin Katharina Schulze. Der Bevölkerung werde eine trügerische Sicherheit vermittelt. "Wir wollen eine gut ausgestattete Polizei sowie genügend Polizeikräfte und keine Hilfssheriffs." Die Teams sind derzeit in 157 bayerischen Gemeinden unterwegs. Zu Fuß oder per Rad. Einige Gemeinden wie Lindau und Garmisch-Partenkirchen haben sich den Angaben nach gegen die Polizei-Helfer entschieden. "Wir richten die Sicherheitswacht nur dort ein, wo es von der Kommune gewünscht wird", sagte Herrmann. Allerdings dürfe sich bei einem Nein niemand beschweren, dass die Sicherheit nicht ausreichend sei.

Die Streifen sollen Präsenz zeigen und so etwa Straßenkriminalität, Ladendiebstahl und Vandalismus entgegenwirken. Bei Vorfällen rufen die Sicherheitswachtler die Polizei. Die Helfer sind in der Regel mindestens zu zweit unterwegs, wie der Deggendorfer Polizeidirektor Stephan Seiler sagte, der die Neuerungen federführend mit vorbereitete. Bei Gefahr im Verzug sind sie befugt, Personalien festzustellen, Platzverweise auszustellen und mutmaßliche Straftäter festzuhalten.

Premiere hatte die Wacht 1994 mit Modellprojekten in Nürnberg, Deggendorf und Ingolstadt. Für die Mitglieder gab es bisher unter anderem eine gelbe Armbinde und eine Jacke für alle Jahreszeiten.

Künftig sehen sie der Polizei recht ähnlich: Die Helfer bekommen einen dicken Mehrzweckanorak und eine leichtere Einsatzjacke in Bayerns neuem Polizei-Dunkelblau samt Hoheitsabzeichen und dreifacher reflektierender Aufschrift "Sicherheitswacht". Dazu einheitliche Poloshirts plus Schirmmütze. Auch ein Erste-Hilfe-Paket haben die Mitarbeiter nun sowie ein Headset für ihr digitales Polizeifunkgerät.

Aktuell zählt die Sicherheitswacht laut Herrmann bayernweit 1064 Mitglieder, knapp ein Drittel sind Frauen (340) und 37 ausländische Mitbürger. Mehr Menschen mit Migrationshintergrund seien willkommen, sagte der Minister. Die Polizei entscheidet über die Aufnahme nach einer Eignungsprüfung. "Wir nehmen nicht jeden. Da gibt es Leute, die sich nur wichtig machen", betonte Herrmann.

Vor dem ersten Einsatz bei der Sicherheitswacht erfolgt die Ausbildung: in rund 40 Stunden durch die Polizei mit künftig landesweit einheitlichem Material und vier Pflicht-Fortbildungen pro Jahr. Als Aufwandsentschädigung gibt es für die Helfer auf Streife acht Euro pro Stunde. Innenminister Herrmann betonte: Mehr werde es auch künftig nicht. Des Geldes wegen soll sich niemand engagieren.