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Ingolstadt:Urbanes Umfeld fürs Handwerk

Ingolstadt ermittelt Bedarf an Gewerbehöfen für kleine Betriebe

Für kleinere Betriebe, insbesondere auch im Handwerk, könnte es in Ingolstadt künftig eine Einrichtung mit Werkstatt- und Gewerbeflächen "im urbanen Umfeld" geben - so wie es etwa in München und Augsburg durch Gewerbehöfe längst existiert und aus der regionalen Wirtschaftswelt kaum wegzudenken ist. In Ingolstadt ermitteln Wirtschaftsfördergesellschaft IFG, IHK und Handwerkskammer nun über eine Umfrage den Bedarf und die Präferenzen hiesiger Betriebe, zum Beispiel bei der technischen Ausstattung oder der gewünschten Größe von Parzellen; Betriebe können dabei bereits unverbindlich Interesse für Flächen in einem möglichen Gewerbehof anmelden. Die Erkenntnisse aus der Analyse sollen dann in die Überlegungen zur Machbarkeit und bedarfsgerechten Gestaltung eines solchen Gewerbehofs einfließen. Gerade in Corona-Zeiten erwiesen sich die entsprechenden Betriebe aufgrund ihrer ausgewogenen Branchenstruktur als "wertvoll für die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit", heißt es in einer Mitteilung der IFG. Die Monostruktur der Ingolstädter Wirtschaft, in der vieles am Autobauer Audi hängt, war ein wichtiges Thema im jüngsten Kommunalwahlkampf. Auch die Strategie der bis März CSU-geführten Rathausregierung, die stark auf Zukunftsbranchen und digitale Innovation mit einem Schwerpunkt auf Mobilität setzte, war häufig Gegenstand von Kritik. Der damalige Oberbürgermeister Christian Lösel (CSU) sprach gern von "Arbeitsplätzen der Zukunft", von denen man nicht exakt wissen könne, wie sie aussähen, die aber auf alle Fälle in Ingolstadt angesiedelt werden sollten. Zwar wurde das Vorpreschen in dem Bereich an sich vom politischen Gegner gelobt, ein fehlender Blick auf Kleinbetriebe, Mittelstand und Handwerk aber moniert. Im März hatte Christian Scharpf (SPD) in der OB-Stichwahl gegen Lösel gewonnen. Er regiert seitdem ohne festes Bündnis, in der Stadtspitze mit Stellvertreterinnen von CSU und Grünen.

© SZ vom 14.08.2020 / ojo

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