Ein Mann soll am Freitagabend auf einer Straße in Ingolstadt seine frühere Partnerin angegriffen und mit einem Küchenmesser tödlich verletzt haben. Die 45-Jährige kam am Freitag mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus, wo sie kurz darauf starb, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittlungen in dem Fall dauerten noch an, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte.
Den Angaben zufolge sollen die Frau und der Mann abends in eine Auseinandersetzung geraten sein. Daraufhin soll der Verdächtige seine Ex-Partnerin mit dem Küchenmesser attackiert haben. Die Hintergründe des Streits waren zunächst unklar.
Die beiden Söhne der Frau im Alter von 23 und 17 Jahren seien eingeschritten und ihrer Mutter zu Hilfe gekommen: Sie traten und schlugen laut Polizei auf den mutmaßlichen Täter ein, um ihn von ihrer Mutter abzuhalten. Einer der beiden sei dabei leicht an der Hand verletzt worden, sagte der Polizeisprecher.
Auch der 49-jährige Angreifer wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wo er nun von der Polizei bewacht wird.
Die Polizei sperrte am Abend den Tatort weiträumig ab und befragte zahlreiche Zeuginnen und Zeugen. Die Kriminalpolizeiinspektion Ingolstadt führt die Ermittlungen in Abstimmung mit der zuständigen Staatsanwaltschaft fort. Am Wochenende sei auch die Spurensicherung im Einsatz, hieß es. „Bei Tageslicht wird der Tatort abgesucht“, sagte der Polizeisprecher.
Die Ermittler sprechen bislang nicht von einem „Femizid“. Der Verdacht liegt aber nahe, weil die Tat aus einer ehemaligen Partnerschaft heraus erfolgte. Der Begriff bezeichnet die Tötung von Frauen aufgrund geschlechtsspezifischer Gewalt und verdeutlicht, dass Tötungen von Frauen keine isolierten Einzelfälle sind. Eine Studie der Uni Tübingen zeigt, dass mehr als 80 Prozent der versuchten oder vollendeten Tötungen von Frauen im Kontext heterosexueller Paarbeziehungen stattfinden.
Hinweis: In einer früheren Version des Artikels wurde das Alter eines Sohnes mit 29 Jahren angegeben, so wie von der Polizei zunächst mitgeteilt. Die Polizei hat diese Angabe inzwischen korrigiert.

