Fund von KinderleicheKripo will weiter Fall von totem Buben aus der Donau klären

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Nach dem Fund einer Kinderleiche in der Donau hatte die Ingolstädter Kriminalpolizei zusammen mit dem Bundeskriminalamt in ganz Deutschland auf solchen Informationsbildschirmen das rekonstruierte Bild des toten Jungen veröffentlicht.
Nach dem Fund einer Kinderleiche in der Donau hatte die Ingolstädter Kriminalpolizei zusammen mit dem Bundeskriminalamt in ganz Deutschland auf solchen Informationsbildschirmen das rekonstruierte Bild des toten Jungen veröffentlicht. Peter Kneffel/dpa
  • Die Kripo Ingolstadt ermittelt seit dreieinhalb Jahren im Fall eines toten Jungen, der 2022 in Plastik verpackt aus der Donau gezogen wurde.
  • Trotz großer Fahndungsaktionen mit rekonstruiertem Gesichtsbild und internationaler Suche bleibt die Identität des fünf bis sechs Jahre alten Kindes ungeklärt.
  • Zwei Beamte beschäftigen sich weiterhin federführend mit dem Fall.
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Nach dreieinhalb Jahren sucht die Polizei nach wie vor nach Antworten: Warum bleibt der Junge aus der Donau namenlos? Noch immer beschäftigen sich bei der Kripo zwei Beamte federführend mit dem Fall.

Der Fall eines mutmaßlich bei einem Gewaltverbrechen getöteten Jungen beschäftigt die Kripo in Ingolstadt auch nach mehr als dreieinhalb Jahren. „Wir sprechen nicht von einem Cold Case. Weil cold wäre er nur dann, wenn alle Ermittlungsspuren abgearbeitet sind“, sagt Polizeisprecher Andreas Aichele. Als „Cold Case“ bezeichnen die Ermittler Fälle, die auch nach einer langen Zeit nicht gelöst werden konnten. Oftmals werden solche Fälle dann später aber nochmals aufgerollt.

Der schreckliche Fall des toten Vorschulkindes war im Frühjahr 2022 bekannt geworden. Ein Kanufahrer hatte damals den in Plastik verpackten Körper des Buben östlich von Ingolstadt aus der Donau gezogen. Das tote Kind war mit einem Pflasterstein im Fluss versenkt worden. Der Leichnam war vermutlich zwischen den Staustufen Ingolstadt und Vohburg ins Wasser geworfen worden und dann wochenlang in der Donau getrieben.

Die Kriminalpolizei betrieb einen großen Aufwand, um den Fall zu klären. Die Beamten suchten den Fluss ab, verteilten Flugblätter, überprüften Vermisstenfälle aus dem In- und Ausland und ließen das wahrscheinliche Gesicht des fünf bis sechs Jahre alten Jungen von einer spezialisierten Gerichtsmedizinerin rekonstruieren. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse lassen fundierte Rückschlüsse, ausgehend von der individuellen Kopfform, auf das tatsächliche Aussehen zu Lebzeiten zu. In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ wurde der Fall vorgestellt, bundesweit wurde das Bild des Kindes vom Bundeskriminalamt (BKA) auf Werbemonitoren gezeigt. Die Fahndungsplakate wurden in mehrere Sprachen übersetzt, auch Interpol fahndet wegen des Falls „Boy in the Danube“ (Der Junge in der Donau).

Der Leichnam lag vermutlich schon eine längere Zeit im Wasser. Unter anderem sollte ein Gutachten zur Fließgeschwindigkeit der Donau durch mehrere Länder Aufschluss darüber geben, wie weit das tote Kind eventuell mit der Strömung weggetrieben wurde. Dadurch erhofften sich die Kriminalbeamten Aufklärung darüber, wo genau die Leiche in den Fluss geworfen wurde.

„Wir haben viel gearbeitet, aber wenig Ergebnisse.“

Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen, so vermeldet es die Fahndungsseite der Polizei, war der Junge zwischen fünf und sechs Jahre alt, 110 cm groß, circa 15 kg schwer, hatte braune Haare und die Blutgruppe 0. Zudem bittet die Kripo Ingolstadt um Hinweise zu dem Stein, mit dem der Leichnam beschwert worden war. Der 40 mal 20 mal sechs Zentimeter große Pflasterstein wird unter dem Markennamen Diephaus, Typ „Natura Vigo“ vertrieben.

Es habe das ganze Jahr 2025 weitere Ermittlungen gegeben, einige Spuren seien verfolgt worden, erläutert Aichele. „Zum Schluss war auch in diesem Jahr kein entscheidender Hinweis dabei, der in irgendeiner Form auf die Identität dieses Jungen hindeuten würde.“„Wir haben viel gearbeitet, aber wenig Ergebnisse“, räumt der Polizeisprecher ein. Er betont allerdings, dass sich bei der Kripo weiterhin zwei Leute federführend mit dem Fall beschäftigen. „Wir sind nach wie vor dran.“

Aichele verweist auf die besonderen Probleme bei internationalen Ermittlungen. Bei solchen weltweiten Fahndungen gebe es auch viel Bürokratie zu bewältigen, sagt er. Bis man Ergebnisse habe, dauere es dadurch einige Zeit.

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