Ermittlungen in BayernPolizei stoppt selbst ernannten „Marktführer“ der Geldfälscher-Szene

Lesezeit: 2 Min.

Gefälschte 50-Euro-Scheine, von der Polizei beschlagnahmt, liegen in einer Kiste während einer Pressekonferenz der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen in der Geldfälscher-Szene.
Gefälschte 50-Euro-Scheine, von der Polizei beschlagnahmt, liegen in einer Kiste während einer Pressekonferenz der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen in der Geldfälscher-Szene. Daniel Karmann/dpa
  • Polizei fasst 32-jährigen Geldfälscher aus Wuppertal, der sich als „Marktführer" der deutschsprachigen Geldfälscher-Szene bezeichnete.
  • Der Mann soll seit 2023 zusammen mit seiner Lebensgefährtin mehr als 300 000 Euro Falschgeld hergestellt haben.
  • Die Bundesbank zog 2024 rund 72 400 falsche Euro-Banknoten aus dem Verkehr – 28 Prozent mehr als im Vorjahr.
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Der 32-Jährige soll so viele Geldscheine gefälscht haben wie bundesweit kein Zweiter. Selbst bei der Verhaftung spuckten die Drucker noch seitenweise Falschgeldbögen aus.

Er selbst bezeichnete sich nach Angaben der Polizei als „Markführer“ in der deutschsprachigen Geldfälscher-Szene. Doch lange war nicht bekannt, wer sich hinter dem Pseudonym versteckte. Nun haben Ermittler in Bayern und Nordrhein-Westfalen den 32-Jährigen aus Wuppertal identifiziert und gefasst. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin soll er nach bisherigem Ermittlungsstand seit 2023 mehr als 300 000 Euro Falschgeld hergestellt und in Umlauf gebracht haben.

„Der vorliegende Fall ist ein großer Ermittlungserfolg“, sagte der Erste Kriminalhauptkommissar Thomas Lamnek in Ingolstadt. Nach monatelanger, akribischer Spurensuche konnten die Fahnder die Fälscher-Werkstatt demnach im Oktober ausheben und das Paar festnehmen. Im Wagen des Mannes fanden sie etliche falsche 50-Euro-Scheine, die Drucker in der Werkstatt spuckten bei dem Zugriff noch seitenweise Falschgeldbögen aus.

Auf die Spur sind die Fahnder dem Duo im Zuge von Ermittlungen gegen vier Verdächtige gekommen, die etwa 31 000 Euro Falschgeld in Bayern – in Ingolstadt, Augsburg, München und Regensburg – in den Umlauf gebracht haben sollen. Das Landgericht Ingolstadt hatte drei von ihnen im September wegen banden- und gewerbsmäßiger Geldfälschung rechtskräftig verurteilt. Die Blüten stammten laut Polizei von den nun festgenommenen Verdächtigen.

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Auf der Pressekonferenz hat die Polizei einige Beweismittel aus der Fälscher-Werkstatt aufgebaut, darunter einen von 13 Druckern, ein Schneidebrett und Falschgeld. In seiner Wohnung in Wuppertal habe der Verdächtige im großen Stil Geldnoten gefälscht – am meisten die gängigen 50-Euro-Scheine – und unter einem Pseudonym über das Internet und den Messengerdienst Telegram verkauft, sagte Lamnek.

Dass die Verdächtigen so lange nicht aufflogen, liegt den Ermittlern zufolge auch an deren Unauffälligkeit. „Sie haben sich sehr bedeckt gehalten“, sagte Lamnek. Der 32-Jährige habe als Kfz-Lackierer gearbeitet, die 40-Jährige als Verwaltungsangestellte.

Doch woher stammten die Kenntnisse des 32-Jährigen, Falschgeld anzufertigen? „Wir gehen davon aus, dass er sich das selbst beigebracht hat“, erläuterte Oberstaatsanwältin Petra Osthoff. Der Mann sei ein geschickter Bastler und Handwerker, die Blüten seien mit der Zeit immer besser geworden.

Wenn man die auf der Pressekonferenz gezeigten Blüten in die Hand nimmt, merkt man aber schon einen Unterschied zu echten Banknoten: Das Papier ist etwas fester, das Wasserzeichen dauerhaft sichtbar. Die Bundesbank habe die Qualität der gefälschten Euro-Scheine als gut eingestuft, aber nicht als hervorragend, sagte Osthoff.

Trotz der vielen eingebauten Sicherheitsmerkmale bei den Euro-Scheinen steigen den Ermittlern zufolge die Fälle von Falschgeldkriminalität. Das Geschäft scheine sehr lukrativ zu sein, es gebe viele Nachahmer in der Szene, sagte Osthoff. So hat die Deutsche Bundesbank nach eigenen Angaben im Jahr 2024 rund 72 400 falsche Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen – 28 Prozent mehr als im Vorjahr.

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