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Ingolstadt:Ermittlungen wegen Geheimnisverrats

Ein Medienbericht rund um den Klinikskandal und den Korruptionsprozess gegen Alt-OB Lehmann löst Ermittlungen aus. Die Staatsanwaltschaft sieht ein "Leck" für vertrauliche Informationen womöglich bei der örtlichen Kripo

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat nach einem Medienbericht rund um Vetternwirtschaft am örtlichen Klinikum und um den Korruptionsprozess gegen Alt-OB Alfred Lehmann ein Verfahren gegen Unbekannt wegen Geheimnisverrats eingeleitet. Weil sich aus einem Fragekatalog an Oberbürgermeister Christian Lösel (CSU) "klar ergibt, dass den Journalisten Einblick in Ermittlungsakten gegeben wurde", habe die Staatsanwaltschaft die Kriminalpolizei Erding mit den Ermittlungen beauftragt. Erding deshalb, weil "das Leck" innerhalb der Kripo Ingolstadt sein könnte. Der Donaukurier berichtete zuerst darüber. Es geht um den Text "Die Ingolstadt GmbH", der Ende Juli auf der Seite des gemeinnützigen Recherchenetzwerks Correctiv erschienen war. Darin machten sich die Autoren auf die Suche nach Ursachen, wie es in Ingolstadt zu zwei Skandalen kommen konnte: zu den Vorgängen am Klinikum, deren Hauptfigur, Geschäftsführer F., Ende 2017 in Untersuchungshaft Suizid beging; und zum Prozess gegen Lehmann, der sich dem Ende der Beweisaufnahme nähert. Lehmann, Rathauschef bis 2014, soll Wohnungen von zwei Bauunternehmern vergünstigt erhalten haben. Die Correctiv-Autoren teilten mit, es verbiete sich für Journalisten, die Informanten Vertraulichkeit zugesagt haben, Hinweise über mögliche Quellen zu geben.