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Immobilien:Es werden mehr Sozialwohnungen gebaut

Von Andreas Remien

Kommunale Unternehmen und Genossenschaften haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Wohnungen gebaut. Im Vergleich zum Vorjahr betrage das Plus bei den Fertigstellungen gut 13 Prozent, berichtet der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW).

"Seit 1996 haben unsere Mitglieder nicht mehr so viele Wohnungen gebaut wie im letzten Jahr", sagt Verbandsdirektor Hans Maier. Im VdW Bayern sind mehr als 480 sozial orientierte Mitglieder organisiert, vor allem kommunale Wohnungsunternehmen und Genossenschaften. Sie haben im vergangenen Jahr in Bayern 4429 Wohnungen errichtet, ein Großteil davon sind Sozialwohnungen.

Bereits seit 2014 fahren die sozial orientierten Unternehmen ihre Investitionen in den Neubau wieder kontinuierlich hoch. Das liege vor allem an der Aufstockung der Fördermittel und den Bauprogrammen der Kommunen, sagt Maier. Viele Städte sind mit ihren eigenen Unternehmen wieder selbst in den Neubau eingestiegen. So sollen vor allem günstige Mietwohnungen entstehen - die Durchschnittsmiete der VdW-Mitglieder lag im vergangenen Jahr nur bei 6,29 Euro pro Quadratmeter. Im vergangenen Jahr haben kommunale Unternehmen und Genossenschaften 1,3 Milliarden Euro in den Bau neuer Wohnungen investiert, etwa doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. Doch auch das sei noch zu wenig, sagt Maier. "In vielen Regionen gibt es noch einen großen Mangel an Wohnungen, vor allem im preisgünstigen Bereich."

Die größeren Bauanstrengungen führen dazu, dass es in Bayern unter dem Strich wieder mehr Sozialwohnungen gibt. Jahrelang war die Anzahl geschrumpft - denn die Sozialbindung erlischt nach einer bestimmten Zeit, Vermieter können die Wohnung dann also frei vermieten. Im vergangenen Jahr war laut VdW der Saldo positiv: Es sind etwa 1000 Sozialwohnungen mehr hinzugekommen als weggefallen.

Sorgen bereiten den Wohnungsunternehmen vor allem die steigenden Kosten für energetische Sanierungen. Die CO₂-Einsparung im Gebäudebereich sei "das Megathema der nächsten Jahre", sagt Maier. Die Corona-Krise hat die sozial orientierten Eigentümer bisher dagegen nur wenig beschäftigt. So mussten laut VdW in nur knapp 1100 Fällen die Vermieter die Miete stunden. Bei Bauprojekten gebe es nur leichte Verzögerungen. Auch für das laufende Jahr rechnet der Verband daher mit hohen Neubauzahlen.

© SZ vom 03.07.2020

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