ICE-Trasse Nadelöhr Bamberg soll beseitigt werden

In Bamberg zeichnet sich im jahrelangen Ringen um den Ausbau der Bahntrasse durch die Unesco-Welterbe-Stadt eine Lösung ab. Der Stadtrat entscheidet am Dienstag über eine Ausbauvariante. In einem unabhängigen Gutachten des Verkehrswissenschaftlichen Instituts Stuttgart (VWI) schnitt eine ebenerdige Durchfahrung als bester von sechs möglichen Vorschlägen ab. Dabei würden zwei neue Gleise östlich der jetzigen Bahnstrecke hinzugefügt werden. Schrebergärten und Industriegebäude müssten gegebenenfalls der neuen Streckenführung weichen. "Wir haben als Verwaltung diese Lösung schon lange favorisiert", sagte Claus Reinhardt vom Baureferat der Stadt. Die Kosten hierfür betragen den Angaben zufolge knapp eine Milliarde Euro, wobei die Stadt etwa 40 Millionen selbst übernehmen müsste. Auf Platz zwei folgt in dem Gutachten ein Tunnel für einen Teilabschnitt durch die Stadt. Eine Volluntertunnelung mit einem Tiefbahnhof landete bei den Experten auf dem letzten Platz. Bamberg ist das letzte Nadelöhr auf der Hochgeschwindigkeitstrasse München-Berlin, die im vergangenen Dezember in Betrieb ging. Die Bauarbeiten sollen 2023 beginnen, rund acht Jahre dauern und bei rollendem Verkehr stattfinden.