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ICE-Strecke:Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel befürchtet

Der bürgerliche Protest formiert sich schon. Vor einigen Monaten hat sich die Arbeitsgruppe "Bahnsinn Bamberg" gegründet, die den Widerstand plant. Oberbürgermeister Starke setzt derweil auf Gespräche mit der Bahn. Schon im vergangenen Jahr verabschiedete der Stadtrat eine Resolution, um die Folgen für das Welterbe möglichst gering zu halten.

Auf eine Strecke von vier Kilometern soll sich die bis zu sechs Meter hohe Mauer durch die Stadt ziehen und Bamberg geradezu zerschneiden. Etliche Gebäude müssten abgerissen werden. Betroffen wären auch die Gärtner, die traditionell Flächen in der Stadt bewirtschaften und damit Teil des Welterbes sind. Möglicherweise müssten sie Flächen abgeben, und einige Gärtner befürchten gar Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel.

Die in Bamberg beheimatete Gesundheitsstaatssekretärin Melanie Huml (CSU) hat nun an ihren Parteikollegen und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer geschrieben, der für die Bahn zuständig ist. Die Planungen der DB stünden in einem "extremen Gegensatz" zum besonderen Schutzauftrag für die Welterbestätten, schreibt Huml darin. Sie appelliert an Ramsauer, Bamberg als Modellstrecke für einen innovativen städtebaulich verträglichen Lärmschutz auszuwählen.

Auf den setzt man auch im bayerischen Verkehrsministerium, wo man die "besonderen Sensibilität" der Welterbe-Stadt Bamberg betont. Der Bund, auf dessen Zuständigkeit verwiesen wird, wolle im Lauf des Jahres neue Lärmschutz-Verfahren vorstellen.

"Wir verlangen jede Anstrengung, um das Welterbe zu schützen", sagt OB Starke und will im Dialog erreichen, dass die Bahn doch noch einen moderneren Lärmschutz findet als die hohen Mauern. Sonst ist auch er für andere Mittel. "Wenn das nicht zum erhofften Ergebnis führt, dann ist das der Zeitpunkt, um dem außerparlamentarischen Protest zum Durchbruch zu verhelfen."

© SZ vom 29.05.2012/sonn
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