Stripsenjochhaus

Unter Kletterern wird stets aufs neue diskutiert, ob es sich überhaupt lohnt, auf "der Strips" zu übernachten. Wer zur Steinernen Rinne muss, einem wichtigen Zustiegsweg im Wilden Kaiser, geht vom Stripsenjoch erstmal bergab - da kann man doch gleich vom Parkplatz an der Griesener Alm starten. Und wer richtig früh los will, was sich für die langen, ernsthaften Alpinklassiker anbietet, muss auf das gemütliche Hüttenfrühstück ohnehin verzichten - es wird im Morgengrauen schlicht noch nicht angeboten.

Wer aber physisch und mental die Kraft für mehr als einen Klettertag an den gigantischen Wänden hat oder eine der vielen Wanderungen unternehmen will, ist auf dem Stripsenjochhaus bestens untergebracht. Seit mehr als 100 Jahren steht an dem markanten Punkt zwischen Kaiser- und Kaiserbachtal ein Hütte, die Terrasse bietet spektakuläre Ausblicke auf Predigtstuhl, Fleischbank und Totenkirchl. Einer der schönsten Wege zur Hütte führt von Kufstein aus über Gamskogel und Bettlersteig hinauf aufs Stripsenjoch (5-6 Stunden). Nur eine Zugstunde von München entfernt kann man auf diesem Pfad richtig einsam sein.

Bild: Isabel Meixner 4. Juni 2018, 17:562018-06-04 17:56:51 © SZ vom 25.08.2015/vewo/imei