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Horst Seehofer:Auf der Suche nach dem Super-Kabinett

Horst Seehofer schweigt, wenn es um sein künftiges Kabinett geht. Nur die FDP-Kandidaten stehen fest. Ansonsten bleibt nur die Spekulation. In Bildern.

B. Kruse

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Eines kann Horst Seehofer besonders gut: schweigen. Vor allem dann, wenn es darum geht, wen er in seinem Kabinett mit welchem Posten betrauen wird. Erst wenn ihn der Landtag nächste Woche zum Ministerpräsidenten gewählt hat, wolle er sich darüber Gedanken machen. Klar ist nur: Der Ministerrat sollte deutlich jünger und weiblicher werden.

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Außerdem sitzt die FDP diesmal als Koalitionspartner mit im Boot und will mit attraktiven Posten versorgt werden. Der Spielraum für Seehofer ist zwar eng. Der Raum für Spekulationen dafür umso weiter.

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Erwin Huber wird einem neuen Kabinett nicht mehr als Finanzminister zur Verfügung stehen. Doch wer wird sein Nachfolger? Die Liste der potentiellen Kandidaten ist lang.

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Als natürlicher Nachfolger kommt zuerst der jetzige Finanzstaatssekretär Georg Fahrenschon in Betracht. Günther Beckstein hat den Oberbayern vor einem Jahr aus Berlin nach München geholt. Seitdem wird der 40-Jährige als Huber-Nachfolger gehandelt - wenn nicht jetzt, dann vielleicht noch im Laufe der Legislaturperiode. Solange könnte Fahrenschon noch Staatssekretär bleiben - oder auf den Posten des Generalsekretärs wechseln. Für den ist das CSU-Nachwuchstalent übrigens auch im Gespräch, wenn diese Option auch von vielen in der Partei als wenig wahrscheinlich betrachtet wird. Denn bei der Wahl des Generalsekretärs, so ein CSU-Mann, habe Seehofer "Manövriermasse".

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Den Posten des Finanzministers könnte auch Joachim Herrmann übernehmen. Als Innenminister und zuvor als Fraktionschef ist er allerdings nicht gerade durch Charisma und Dynamik aufgefallen - in der Fraktion trägt er deswegen auch den Spitznamen "Balu", wie der gemütliche Bär aus dem Dschungelbuch. Auch als Innenminister hat er wenig eigene Akzente gesetzt. Dennoch ...

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... schätzen die Fraktionskollegen seine Klugheit. In der Partei kann der 52-Jährige immer wieder durch Fachwissen glänzen - und auch in der Bundespolitik ist er kein unbeschriebenes Blatt.

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In zahlreichen anderen Ministerien könnte Seehofer ordentlich aufräumen. Etwa im Umweltministerium. Für die Nachfolge des 62-Jährigen Otmar Bernhard stünden gleich zwei CSUler bereit.

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Zum einen der derzeitige Staatssekretär Marcel Huber. Bereits im Umweltausschuss des Landtages lobten die Abgeordneten seine Fachkompetenz in den höchsten Tönen - egal in welcher Fraktion man nachfragte. Auch im Ministerium hat er im letzten Jahr ...

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... einen guten Job gemacht. Gummistiefel und Moorwanderungen passen eben besser zu dem Tierarzt als zu seinem Mitbewerber: Europaminister Markus Söder. Der Nürnberger mit dem besonders ausgeprägten Selbstbwusstsein, der sich für alle Ämter berufen fühlt, hat schon bei der letzten Kabinettsumbildung auf das Umweltressort spekuliert - und musste dann mit dem Posten des Europaministers vorliebnehmen. Jetzt wäre eine neue Chance.

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Er könnte sich vielleicht endlich als Umweltpolitker profilieren. Doch auch als möglicher Innenminister ist Söder im Gespräch - für den Fall natürlich, dass Herrmann ins Finanzministerium wechseln würde.

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Eine weitere Personalrochade könnte es im Kultusministerium geben. Sicher, Siegfried Schneider wird als Chef des mächtigen CSU-Bezirks Oberbayern auch einem Kabinett Seehofer angehören. Ob das allerdings als Bildungsminister sein wird, ist höchst fraglich. Immer wieder stand der glücklose Schneider in der Kritik - er habe sein Haus nicht im Griff, geschweige denn Lösungen für die Probleme in der Schulpolitik in der Schublade.

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Eine Möglichkeit wäre, den 52-Jährigen zum Leiter der Staatskanzlei zu machen. Dort gehört Amtsinhaber Eberhard Sinner ohnehin zu den Kandidaten für die Ausmusterung.

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Im Wirtschaftsministerium es mit ziemlicher Sicherheit einen neuen Ressortchef geben. Darauf haben sich die Koalitionspartner geeinigt. Vermutlich wird FDP-Fraktionschef Martin Zeil das Ressort leiten. Denn die derzeitige Ministerin Emilia Müller hat es als CSU-Bezirkschefin der Oberpfalz und als Vorsitzende der Frauenunion nicht geschafft, ein Landtagsmandat zu bekommen. Da nutzt es auch nichts, dass Edmund Stoiber sich angeblich hinter den Kulissen für die Oberpfälzerin starkmachen soll.

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Was aus Müllers Staatssekretär Markus Sackmann wird, ist indes noch unklar. Im Wirtschaftsministerium wird der 47-Jährige nicht mehr bleiben können. Auch dieser Posten soll an die FDP gehen. Da Sackmann jedoch zu den Neuen und Jungen in der Regierung zählt, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass er auch unter Seehofer einen Kabinettsposten bekleiden wird: Sollte sich Seehofer für neue Ressortzuschnitte entscheiden und ein Ministerium für den ländlichen Raum installieren, wäre der Oberpfälzer dafür sicherlich die erste Wahl. Seit langem hat er sich die Entwicklung des ländlichen Raums auf die Fahne geschrieben.

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Damit wäre dann auch eine möglich Nachfolge von Agrarminister Josef Miller geregelt. Der 61-Jährige zählte schon beider letzten Kabinettsumbildung auf der Liste der Wackelkandidaten. Ein neuer Ressortzuschnitt mit der Bildung eines neuen Hauses wäre die ideale Lösung, den "Karpfen im Haifischbecken", wie ihn die SZ einmal bezeichnet hat, in den wohlverdienten Ruhestand zu entlassen.

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Ebenfalls um ihren Ministerposten muss sich Sozialministerin Christa Stewens Sorgen machen. Mit 63 Jahren steht sie nicht gerade für eine Verjüngung des Kabinetts. Und auch der Trumpf der Oberbayerin wird sie vermutlich nicht retten.

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Als Erbin steht bereits Justizministern Beate Merk bereit - dass sie unverheiratet ist und keine Kinder hat, wird man in der CSU sicherlich als Argument gegen sie verwenden. Doch die Ulmerin zählt mit 51 Jahren noch zu den Jüngeren im Kabinett, kann aber auf den Frauenbonus und den Regionalproporz setzen. Schwaben sind im Kabinett nämlich unterrepräsentiert. Lediglich der CSU-Fraktionschef Georg Schmid kommt aus demselben Regierungsbezirk.

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Eine weitere, wenn auch sehr unwahrscheinliche Möglichkeit wäre, dass Seehofer den glücklosen CSU-Fraktionschef Georg Schmid ins Sozialministerium verfrachtet. Dann nämlich könnte Seehofer Erwin Huber an die Spitze der Fraktion setzen - ein Plan, den der designierte Ministerpräsident eigentlich schon von Anfang an im Sinn hatte.

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Den Schreibtisch des Wissenschaftsminister wird Thomas Goppel räumen müssen. Denn auch dieses Ressort geht künftig an die FDP. Pech also für ...

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... denMünchner Abgeordnete Ludwig Spaenle. Schon seit Jahren arbeitet der 47-Jährige auf dieses Amt hin. Eine Vorstellung, die bei zahlreichen Fraktionskollegen genervtes Augenrollen hervorruft, hat Spaenle doch den Ruf eines Schnösels.

Ob Seehofer sein Kabinett jedoch nur aus den Reihen der Landtagsfraktion und des jetzigen Kabinett besetzen wird, ist unklar. Er könnte auch den Notausgang wählen und sich in Berlin und Brüssel nach ministrablen Kandidaten umsehen. Fündig würde er sicher.

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Als Erstes fällt der Name des schwäbischen Europaabgeordneten Markus Ferber ein. Schon bei Becksteins Kabinettsbildung wurde er als heißer Anwärter auf einen Ministerposten gehandelt. Jetzt könnte Seehofer den 43-Jährigen das Agrarministerium übertragen - schließlich werden immer mehr wichtige Entscheidungen in diesem Sektor in Brüssel getroffen. Doch spannender fände Ferber sicherlich das Finanzministerium. Als Finanzexperte der Europaabgeordneten sitzt er in Brüssel im wichtigen Haushaltsausschuss.

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Aus dem Kreis der Berliner CSU-Kandidaten könnte Karl-Theodor von und zu Guttenberg sicherlich ganz weit oben auf Seehofers Liste stehen - und zwar gleich für mehrere Posten: Einer davon wäre in Berlin, als Seehofers Nachfolger im Verbraucherschutzministerium. Die anderen wären in Bayern. Seehofer könnte sich das 37-Jährige Nachwuchstalent in die Staatskanzlei holen - je nach Personalrochade vielleicht als Leiter der Staatskanzlei oder als Söder-Nachfolger im Amt des Europaministers. Und dann wäre da noch der Posten des Generalsekretärs frei. Wenn Seehofer nicht vielleicht doch wieder eine Frau auf diesem Posten will.

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Dann wäre nämlich wieder Ilse Aigner eine heiße Favoritin, die Nachfolge von Christine Haderthauer anzutreten. Dass Parteifreunde sie für ebenso ungeeignet halten wie Haderthauer, sollte bei Seehofer allerdings die Alarmglocken läuten lassen.

Nur beim Koalitionspartner FDP ist klar, wer welchen Posten bekommt.

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Martin Zeil wird als Ressortchef ins Wissenschaftsministerium einziehen - und von dem Schreibtisch aus über High-Tech-Projekte im Freistaat entscheiden, an dem bislang Emilia Müller (CSU) saß.

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Katja Hessel wird als Staatssekretärin ins Wissenschaftsministerium einziehen. Mit 36 Jahren wird die Nürnbergerin dann zu den Jüngsten in Seehofers Kabinett gehören. Bislang hat sie als Rechtsanwältin und Steuerberaterin gearbeitet.

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Dass Wissenschaftsministerium wird der Zahnarzt Wolfgang Heubisch übernehmen. Auch wenn der 62-jährige Münchner ein politischer Quereinsteiger ist - das Amt des Ministers traut er sich dennoch zu.

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Nur FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will nicht ins bayerische Kabinett. Sie bleibt in Berlin - und hofft, dass sie nach der Bundestagswahl in einer schwarz-gelben Bundesregierung ein Ministerium in Berlin leiten kann.

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