Hof 3000 Schüler rappen gegen Rassismus

Mehr als 3000 Jugendliche haben am Donnerstag in Hof ein spektakuläres Zeichen für Weltoffenheit und gegen Fremdenfeindlichkeit gesetzt. In der Hofer Altstadt stimmten sie in einen "Willkommens-Rap" für Flüchtlinge ein, den eine Klasse der Schule am Lindenbühl mit ihrem Lehrer verfasst hat. Sie hatte in den vergangenen Wochen zahlreiche Schulen in Hof und Umgebung zu dem Flashmob aufgerufen. Die Einrichtung der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung wurde dabei zugleich als deutschlandweit erste Schule mit dem Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung" in das Netzwerk "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" aufgenommen. Den Text der Selbstverpflichtung, die Grundlage jeder "Courage-Schule" ist, hatten Hofer Schüler zuvor eigens in eine leichte Sprache übersetzt. Der stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Gerhard John, nannte die Hofer Initiative ein eindrucksvolles "Vorbild für die Region, für Bayern und für Deutschland". Solche öffentliche Zeichen seien beispielgebend für eine positive Willkommenskultur. Unterstützt wurde die Aktion von der Projektstelle "Demokratie leben in der Mitte Europas" in Bad Alexandersbad. Die Patenschaft für die "Schule ohne Rassismus" hat Hofs evangelischer Dekan Günter Saalfrank übernommen. Schon vor ein paar Tagen hatten sich die Hofer gastfreundlich gezeigt. Weil der Notfallplan in Oberfranken aktiviert worden ist, mussten zwei Turnhallen kurzfristig für Flüchtlinge hergerichtet werden. Als die Asylbewerber aus dem Erstaufnahmelager in Zirndorf ankamen, begrüßten ehrenamtliche Helfer die Menschen vor den Turnhallen mit Willkommens-Plakaten.