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Hochwasser:Unwetter mit Überschwemmungen: Bayern steht unter Wasser

Hochwasser in Bayern

Anwohner und Helfer entfernen in Simbach am Inn Unrat und Schlamm.

(Foto: Armin Weigel/dpa)
  • Es regnet weiter im Freistaat: Vor allem im Norden und am Alpenrand hat es kleinere Überschwemmungen und Erdrutsche gegeben.
  • In den Hochwassergebieten in Niederbayern geht unterdessen das Aufräumen weiter.
  • Ministerpräsident Seehofer wird am Nachmittag in Simbach am Inn erwartet.

Unwetter und starke Regenfälle haben zu Beginn des Wochenendes in ganz Bayern zu kleineren Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verzeichnete am Samstag kräftige Gewitter mit heftigem Niederschlag im Norden des Freistaats sowie am Alpenrand.

Nach Polizeiangaben rettete die Feuerwehr im oberfränkischen Landkreis Coburg etliche Rinder aus einem überfluteten Stall; Straßen waren hier wegen umgestürzter Bäume und übergelaufener Gullydeckel gesperrt.

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Im Dauereinsatz waren die Feuerwehren auch in anderen Teilen Bayerns, vor allem um vollgelaufene Keller auszupumpen oder überflutete Unterführungen zu sichern. In der oberbayerischen Gemeinde Hohenpeißenberg (Landkreis Weilheim-Schongau) fielen nach Auskunft des DWD mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Bewohner eines Hauses wurden durch einen Hangrutsch für kurze Zeit von der Außenwelt abgeschnitten. Verletzt wurde der Polizei zufolge niemand.

Wetterbesserung ist laut DWD bis zur nächsten Woche noch nicht in Sicht - für die Nacht zum Sonntag warnten die Experten vor starkem Regen in den niederbayerischen Überschwemmungsgebieten.

Dort gehen die Aufräumarbeiten schrittweise voran. "Von Entspannung kann aber noch nicht die Rede sein", sagte der Bürgermeister von Simbach am Inn, Klaus Schmid (CSU), am Samstag. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und Wasserwacht waren seit dem frühen Morgen dabei, die Straßen von Müll und Schlamm zu säubern. Zudem waren wieder Hunderte freiwillige Helfer mit Schaufeln gekommen. "Es ist unglaublich, wie viele junge Menschen helfen", sagte Schmid. Nach seinen Informationen gibt es keine Vermissten mehr. Jetzt gelte es, die Strom- und Wasserversorgung wieder herzustellen, in weiten Teilen ist das schon geschafft. Ihr Trinkwasser sollten die Menschen aber nach wie vor abkochen.

Seehofer will sich in Simbach ein Bild von der Lage machen

Sieben Menschen waren bei der Hochwasserkatastrophe ums Leben gekommen. Für den Nachmittag hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) einen Besuch in Simbach angekündigt. Nach Gesprächen mit Kommunalpolitikern und Helfern will er sich ein eigenes Bild von der durch die Flutkatastrophe wohl am stärksten betroffenen Stadt machen.

Am Samstagmorgen hatte auch die Auszahlung der Soforthilfe - die Behörden sprechen von Sofortgeld - im niederbayerischen Simbach am Inn begonnen. "Der Ansturm ist enorm. Eine halbe Stunde nach Öffnung des Rathauses um 7 Uhr haben sich schon 140 Menschen registrieren lassen", sagte der Bürgermeister.

Bis die Menschen das Geld in der Hand hatten, dauerte es oft mehr als zwei Stunden. Zur Sicherung des Bargeldes waren mehrere Sicherheitskräfte am und im Rathaus. Jeder betroffene Haushalt erhält 1500 Euro, um das Notwendigste zu kaufen.

Am ersten Tag der Auszahlung am Landratsamt in Pfarrkirchen hatten am Freitag 682 Menschen die Soforthilfe abgeholt. Insgesamt wurde mehr als eine Million Euro ausgezahlt.

© SZ.de/dpa/vewo/infu
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