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Hitlers Pläne für "Welthauptstadt" Berlin:Größenwahn in Germania

Die Pläne für Hitlers "Welthauptstadt Berlin" waren bereits gezeichnet, realisiert wurden sie nie. Eine Ausstellung in Nürnberg befasst sich nun mit dem "Mythos Germania" - und zeigt den Architektur-Gigantismus der Nazis.

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Germania, Hitler, Ausstellung in Nürnberg

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Die Pläne waren bereits gezeichnet, Tausende Tonnen Zement lagen schon bereit - doch verwirklicht wurde Hitlers neues Berlin zum Glück nie. Den menschenverachtenden Architektur-Gigantismus des Führers verhinderte allein der von den Nazis selbst angezettelte Zweite Weltkrieg. Mit den Planungen für die "Welthauptstadt Berlin" beschäftigt sich von diesem Donnerstag an eine Sonderausstellung im Nürnberger Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände.

Germania, Hitler, Ausstellung

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Im Zentrum steht dabei ein Nachbau eines Modells der einst geplanten Berliner Nord-Süd-Achse mit ihren bis zu 300 Meter hohen Repräsentationsbauten.

Das elf Kilometer lange Stadtviertel mit zahllosen Regierungs- und Repräsentationsbauten hätte weite Teile der Wohnviertel zwischen Brandenburger Tor und dem S-Bahn-Südkreuz plattgemacht. Hunderttausende Berliner hätten umgesiedelt werden müssen. "Von der Logistik war bereits alles vorbereitet", sagt Dietmar Arnold vom Verein Berliner Unterwelten, der wesentliche Teile zu der Nürnberger Ausstellung beigesteuert hat. Der Traum von "Germania" sollte dabei alle bis dahin bekannten architektonischen Dimensionen sprengen. Allein in dem von Albert Speer geplanten Triumphbogen hätte der Pariser Triumphbogen 49 Mal hineingepasst.

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Arnold ist noch heute froh, dass die Pläne von Hitlers Lieblingsarchitekten Albert Speer (rechts) nie umgesetzt wurden: "Das hätte die Stadt total zerstört".

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Unter der gewaltigen, 300 Meter hohen Kuppel der Großen Halle - auch Halle des Volkes/Volkshalle oder Ruhmeshalle - hätte der heutige Berliner Fernsehturm Platz gefunden. Daneben wirkt das Brandenburger Tor wie eine Miniatur.

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Dass diese menschenverachtenden Pläne trotz enormer Kosten und gewaltiger Folgen für die Berliner Bevölkerung in der Nazi-Führung seinerzeit kaum auf Kritik stießen, kann sich Ausstellungskurator Alexander Schmidt nur so erklären: "Die waren alle von dem Projekt berauscht, die haben völlig das Gefühl für die Realität verloren." Dieses Modell des Deutschen Stadions ...

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... wurde 1937 bei der Grundsteinlegung präsentiert und war später in der "Modellhalle" beim Reichsparteitagsgelände zu sehen.

Die Sonderausstellung im Nürnberger Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände geht bis zum 11. September 2011. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 9-18 Uhr, Samstag und Sonntag 10-18 Uhr.

© sueddeutsche.de/dpa/tob/bön

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