Jovial wie nach einer durchfeierten Nacht springt der junge Mann, der Himmel strahlt morgendlich hellblau, die Bäume sind noch spätwinterlich kahl, aus seinem Grab, als wollte er sagen: „Was habt ihr denn? War doch gar nicht so schlimm!“ So hat Karl Caspar vor 100 Jahren Christi Auferstehung gemalt. Das knapp einen Meter hohe Bild ist sensationell diesseitig und fern von Verklärung und Vergeistigung, die christlich inspirierte Kunst seit der Romantik oft durch Kitsch, Devotheit und Peinlichkeit verschrumpeln lassen. Wer jetzt weder Karl Caspar, etliche seiner Werke wurden von den Nazis später als „entartet“ diffamiert, noch seine „Auferstehung“ kennt, der kann diese Kunstbildungslücke im Freisinger Diözesanmuseum auffüllen, in der neuen Ausstellung mit dem rätselhaften Titel „Himmlisches Wiedersehen. Von Ludwig I. bis zum Blauen Reiter.“
Ausstellung im Diözesanmuseum FreisingVon Männerkunst und Frauenbildern
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Das heutige München ist eine Erfindung von Ludwig I., der die Stadt architektonisch, künstlerisch, intellektuell und katholisch geprägt hat. Die Ausstellung „Himmlisches Wiedersehen. Von Ludwig I. bis zum Blauen Reiter“ in Freising macht das anschaulich – zeigt aber auch die Schattenseiten und Folgen.
