Ein Schaf läuft übers Karpfhamer Volksfest im Rottal, es ist die verkleidete Braut, angefeuert von einer Horde junger Frauen. Sie verkauft Gaben aus ihrem Körbchen, getrunken wird nicht nur Limo. Ein Mann muss in der Münchner Fußgängerzone Bussis von Passantinnen sammeln, gequetscht in einen rosafarbenen Latexanzug, fast nackt. Der Junggesellen- wie Gesellinnenabschied boomt auch in Bayern, zu sehen jedes Wochenende.

Es ist mehr als der Polterabend, der seit Jahrhunderten belegt ist und im Grimmschen Wörterbuch definiert wird als "durch schmaus, tanz und allerlei scherz gefeierter vorabend einer hochzeit". Online-Portale geben Tipps, wo es sich gehörig feiern lässt beim JGA, so der Fachterminus. Eines empfiehlt Regensburg mit seinen Kneipen. Doch immer wieder hört man, dass Wirte die Gruppen nicht mehr ins Lokal lassen, das Verbot in einem Münchner Biergarten war Stadtgespräch.

Kneipiers beklagen sich über Erbrochenes oder Belästigung anderer Gäste. Beim Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband weiß man um derlei Sorgen, es sei aber, so ein Sprecher, "nicht ein Trend in einer Größenordnung, dass man ihn im Verband wirklich diskutiert". Sein Tipp an Junggesellen: Vorher mit dem Wirt reden, nicht über die Stränge schlagen - letztlich seien Gastronomen ja "von Herzen Gastgeber".

Bild: Johannes Simon 12. Oktober 2016, 13:082016-10-12 13:08:36 © SZ vom 08.10.16/bhi