Bayerns neue HeimatstrategieDialekt und schnelles Internet – so will der Freistaat seine Bürger glücklich machen

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„Das Demokratievertrauen braucht gute Kommunikation“: Finanzminister Albert Füracker (CSU) hat die neue Heimatstrategie für Bayern vorgestellt.
„Das Demokratievertrauen braucht gute Kommunikation“: Finanzminister Albert Füracker (CSU) hat die neue Heimatstrategie für Bayern vorgestellt. Foto: Daniel Vogl/dpa
  • Bayern hat eine neue Heimatstrategie für die nächsten sieben Jahre vorgestellt, die vor allem auf die Entwicklung des ländlichen Raums fokussiert.
  • Seit 2014 investierte Bayern 2,7 Milliarden Euro in den Glasfaserausbau und verlagerte über 60 Behörden mit mehr als 2000 Arbeitsplätzen in ländliche Regionen.
  • Die Strategie setzt auf Dialektförderung, Bürgerdialoge und den Start von fünf Kleinstsatelliten zur Datensammlung für Land- und Forstwirtschaft sowie Klimabeobachtung.
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Vor zwölf Jahren hat Bayern erstmals eine eigene Heimatstrategie formuliert. Jetzt gibt es eine Neufassung – und die zielt vor allem auf die Bedürfnisse von Menschen auf dem Land.

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Bei seiner künftigen Heimatstrategie setzt Bayern vor allem auf die Entwicklung des ländlichen Raums. „Die Entwicklung von Stadt und Land soll ja im Einklang erfolgen, die gleichwertigen Lebens- und Arbeitsverhältnisse in ganz Bayern sind Verfassungsauftrag, sind auch Grundlage unserer Arbeit“, sagte Heimatminister Albert Füracker (CSU).

Die Strategie werde mit Blick auf gesellschaftliche Veränderungen wie Digitalisierung und Bevölkerungsstruktur kontinuierlich weiterentwickelt. Füracker nannte zwei Schwerpunkte: „Erstens: Wir werden regionale und kommunale Strukturen sichern und ausbauen. Dazu leisten wir weiter unseren Beitrag. Und zweitens: Den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Miteinander in unserer Heimat maßgeblich stärken.“

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In ganz Bayern, in der Stadt und auf dem Land, lebten und arbeiteten die Menschen gern, sagte Füracker. „Und das soll natürlich auch so bleiben.“ Eine Maßnahme, die dabei helfen soll, sei der Glasfaserausbau: Seit 2014 habe man 2,7 Milliarden Euro „bayerische Steuergelder ausschließlich in den Glasfaserausbau gesteckt“. Hier wolle man auch weiter mit öffentlichem Geld und Programmen unterstützen.

Neben strukturpolitischen Mitteln setze die Heimatstrategie auch auf die „gemeinschaftsbildenden, identitätsstiftenden Maßnahmen“: Darunter fielen etwa Bürgerdialoge und Heimaterlebnistage. Auf eines sei man besonders stolz: die bayerischen Dialekte. „Wir wollen einen Beitrag leisten, die einzigartige Dialektvielfalt in Bayern aufrechtzuerhalten“, sagte Füracker. Das geschehe beispielsweise mit dem Dialektpreis Bayern und einem Dialektquiz.

Ein weiterer Fokus solle auf jenen Menschen liegen, „die sich in besonderer Weise um ihre Heimat kümmern und sich engagieren“, sagte Füracker. Diese sollten künftig noch besser und zielgerichteter unterstützt werden. Gemeinsam mit der TH Nürnberg habe man daher ein Forschungsprojekt gestartet. „Und hier untersuchen wir, wer die Engagierten sind, mit welchen Herausforderungen diese konfrontiert sind und wie wir sie bestmöglich unterstützen können. Wir geben hier fast 500 000 Euro in drei Jahren, um dieses Projekt auch durchführen zu können“, sagte Füracker.

Die neue Heimatstrategie gilt für die nächsten sieben Jahre

2014 wurde die bayerische Heimatstrategie ins Leben gerufen. Oberstes Ziel sind gleichermaßen attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern. Im Zuge der Strategie wurden etwa Behörden aus Ballungszentren in den ländlichen Raum verlagert, das Internet ausgebaut und durch den kommunalen Finanzausgleich Geldmittel auch in Regionen verschoben, die wirtschaftlich ansonsten schwächer dastehen.
2021 wurde die Strategie bereits unter dem Titel „Offensive.Heimat.Bayern 2025“ weiterentwickelt, in der jetzt verkündeten Weiterentwicklung werden die Ziele für die nächsten sieben Jahre fortgeschrieben.

Vor einigen Wochen hatte Füracker in einer Regierungserklärung Details zu bisherigen Ergebnissen der Heimatstrategie genannt: So wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als 60 Behörden mit mehr als 2000 Arbeits- und Studienplätzen in ländliche Regionen verlagert.

In einer zweiten Stufe sollen bis 2030 weitere 14 Behörden sowie staatliche Einrichtungen folgen, mit noch einmal rund 2700 Arbeitsplätzen und Studienplätzen für 440 Studierende. Bis Ende 2030 sollen dann sämtliche dieser Projekte abgeschlossen sein – wobei am Ende teilweise sogar etwas mehr Arbeitsplätze verlagert werden als ursprünglich geplant.

„Das Demokratievertrauen braucht gute Kommunikation“, sagte Füracker. Daher wolle man einen Heimat-Newsletter einführen. Über diesen sollen Maßnahmen und Entscheidungen an Bürger kommuniziert werden.

Füracker verkündete außerdem den Start von fünf Kleinstsatelliten, die in den kommenden Wochen von den USA aus mittels Trägerrakete ins All befördert werden. Von dort sollen sie Bilder und Daten aus Bayern liefern, die dann genutzt werden können für die Land- und Forstwirtschaft, Hochwasserprognosen und die Beobachtung von Klimaveränderungen.

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