Die Trachtlerin

Marianne Hinterbrandner sagt "Vergelt's Gott" und "Scheene Griaß". Leitkultur? Das ist für sie "das, was mein Leben in gewisse Bahnen lenkt. Die Linien, nach denen wir uns richten." Ihr Leben als Trachtlerin wird gelenkt durch ihre Heimat: Volksmusik, Landschaft, Kirchenläuten. Doch ihre Heimat, die geht verloren, sagt die 70-Jährige. Durch die Zuwanderer? Nein, dadurch, dass um sieben am Abend nicht mehr Volksmusik auf Bayern 1 läuft, sagt sie.

Die Zuwanderer können ihrem Bayern wenig. "Wir müssen unsere Lebensart den anderen nahebringen." Sie ist in einem Helferkreis. Auf dem Laptop hat sie syrischen Männern Trachtenumzüge gezeigt. Ein paar sind sogar zum Blasmusikfrühschoppen gekommen. Hätten sie aber nicht müssen. "Wir wollen niemandem etwas aufzwingen." Von den Flüchtlingen erwartet sie aber "eine gewisse Bereitschaft, unser Leben anzunehmen".

Bild: dpa 24. September 2016, 11:312016-09-24 11:31:06 © SZ vom 24.09.16/bhi