Wechsel an der Spitze der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung: Der seit 2020 amtierende Vorsitzende Markus Ferber will bei der nächsten Mitgliederversammlung am 19. Juni nicht erneut kandidieren. Auf eigenen Wunsch. Das kündigte er in einem Brief an die Mitglieder und Mitarbeiter der Stiftung an. Die CSU-Landesleitung bestätigte die Personalie.
Ferber schrieb, angesichts seiner umfassenden Verpflichtungen unter anderem als Mitglied des Europaparlaments und weiterer Ämter glaube er, dass er der Stiftung nicht mehr die notwendige Aufmerksamkeit widmen könne, die sie absolut verdient habe.
Die Hanns-Seidel-Stiftung wurde 1967 gegründet und ist nach dem früheren bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden benannt. Sie fördert nach eigenen Angaben politische Bildungsarbeit in 75 Ländern weltweit.
Nachfolger soll voraussichtlich CSU-Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek werden. CSU-Chef Markus Söder habe Holetschek für das Amt vorgeschlagen, berichteten Teilnehmer einer CSU-Fraktionssitzung im Landtag. Formal gewählt werden soll Ferbers Nachfolger auf der Mitgliederversammlung am 19. Juni. Holetschek wird die Aufgabe zusätzlich zur Fraktionsführung übernehmen.
Die Stiftung soll eine „Gesprächsplattform für Intellektuelle innerhalb und außerhalb der CSU“ werden
Parteichef Söder teilte am Dienstag in einem Statement mit, er wolle die Stiftung „neu aufstellen“. In herausfordernden Zeiten für die Demokratie sei es „an der Zeit für ein umfassendes Update“. Die Hanns-Seidel-Stiftung solle sich künftig „noch mehr um die sinnstiftenden Fragen kümmern, die unsere Gesellschaft bewegen“, solle „verstärkt Gesprächsplattform für Intellektuelle innerhalb und außerhalb der CSU sein“.
Die stiftungseigene Akademie für Politik und Zeitgeschehen soll in Franz-Josef-Strauß-Akademie umbenannt werden. Zuletzt hatte etwa der CSU-Ehrenvorsitzende, der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel, mehr Austausch seiner Partei mit Intellektuellen angemahnt. Etwa, um über die Rolle der Partei in Bayern, im Bund und in Europa zu diskutieren.
Durch die Personalie Holetschek, so Söder, solle die Stiftung zudem „als intellektuelles Kraftzentrum näher an die Partei heranrücken und ihren Schwerpunkt verstärkt in München haben“. Neuer Generalsekretär der Stiftung soll der niederbayerische Landtagsabgeordnete Stefan Ebner werden. Er kenne die Stiftung als ehemaliger Stipendiat bestens. Holetschek wiederum sei ebenfalls in der Vergangenheit für die Einrichtung tätig gewesen.


