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Haderthauer soll Immunität verlieren:Strafanzeige gegen unbekannt

Die Ermittler reagierten mit ihrem Gesuch zur Aufhebung der Immunität auf eine Strafanzeige gegen unbekannt, die jedoch mit zahlreichen Unterlagen über die CSU-Politikerin und ihren Mann, den Ingolstädter Landgerichtsarzt Hubert Haderthauer, angereichert ist. Hinter der Anzeige steht der französische Unternehmer Roger Ponton, ein ehemaliger Geschäftspartner der Haderthauers in der Firma "Sapor Modelltechnik", der sich durch das Paar "arglistig getäuscht", ja "betrogen" und "hintergangen" fühlt.

Nach den Unterlagen, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, wurden mit dem Verkauf exklusiver Oldtimer-Modelle, die von psychisch kranken Straftätern im Rahmen einer Arbeitstherapie hergestellt worden waren, Einnahmen in bis zu sechsstelliger Höhe erzielt. Von diesen Einnahmen hatte Ponton jedoch laut einer eidesstattlichen Erklärung "im Zeitraum von 1993 bis zum heutigen Tage" nichts bekommen - "weder persönlich, noch über Dritte, noch in sonstiger Weise".

Politikerin war an Firma Sapor Modelltechnik beteiligt

Christine Haderthauer Dienst ist Privatsache
Modellbau-Affäre um Haderthauer

Dienst ist Privatsache

Seehofers Staatskanzleichefin Christine Haderthauer steht wegen der Modellbau-Affäre in der Kritik. Dass sich Privates und Dienstliches bei ihr munter vermischen, hat in Bayern Tradition - von Franz Josef Strauß bis zum Landrat Kreidl.   Ein Kommentar von Kurt Kister

Die Vorkommnisse um die Firma Sapor Modelltechnik waren bereits vor mehr als einem Jahr in die Öffentlichkeit gelangt. Anfangs richtete sich das Interesse der Medien auf den jetzt als Landgerichtsarzt tätigen Ehemann der Ministerin und die Frage, ob er seine damalige Stellung als Arzt im Bezirksklinikum Ansbach dazu genutzt haben könnte, die von psychisch kranken Straftäter hergestellten Modelle relativ billig einzukaufen und dann teuer weiterzuverkaufen. Später musste sich auch Christine Haderthauer unangenehme Fragen stellen lassen.

Wie aus Gewerberegister-Unterlagen hervorgeht, war sie an der Firma Sapor Modelltechnik beteiligt. Erstmals tauchte ihr Name in einer Eintragung vom 11. Juli 1990 auf - als eine von drei geschäftsführenden Gesellschaftern. Am 31. Dezember 2003 habe ihre Zeit als Mitgesellschafterin geendet, ihren Gesellschaftsanteil übertrug sie "an ihren Mann", wie es aus der Staatskanzlei auf Anfrage der Grünen hieß. Ihr Engagement in der Firma, so betonte Haderthauer stets, habe also vor ihrem Eintritt in die Landespolitik geendet.

Doch die Opposition - die sich von den Antworten auf ihre Landtagsanfragen alles andere als gut informiert fühlt - hat große Zweifel daran, ob die Angaben in dieser Form rechtlich überhaupt Relevanz haben. Die Übertragung der Gesellschaftsanteile habe ohne einen Gesellschafterbeschluss, ja sogar ohne Wissen des Mitgesellschafters Ponton stattgefunden.