Mittelfranken Jeder im Dorf hat in den Hofladen investiert

500 Hühner leben auf dem Geflügelhof Wagner. Ihre Eier werden im Hofladen verkauft.

(Foto: PETER@ROGGENTHIN.DE)

1997 haben sich die Nachbarn zusammengetan, nach einem großen Dorffest. Seitdem sind sie zusammengewachsen, jeder hat in seinen Hofladen investiert. Irgendwann haben sie die Öffnungszeiten angeglichen und traten nach außen gemeinsam auf. Als "Die Hofläden Gustenfelden". Trotzdem macht jeder seins.

Wie Doris Wagner ihren Geflügelhof. Ihre Gänse sind das erste, das man von Gustenfelden zu sehen bekommt, auf der Weide am Ortseingang sitzen sie im Gras. Sie werden nicht wissen, dass bald Martinstag ist. Wie die Puten nebenan dürfen die Gänse hinaus, die 500 Hühner wohnen in einem großen Laufstall. In Wagners kleinem Laden stehen die Leute fast bis zur Tür hinaus, auch wenn das nicht sehr weit ist.

Die Leute stehen Schlange

Hähnchenschenkel und Brustfilets reicht Tochter Tamara über die Theke, Enten und Gänse werden vorbestellt. "Wenn eine Kundin eine Hähnchenkeule verlangt und ich bekomme mit, dass sie daraus eine Hühnersuppe kochen will, dann bekommt sie die nicht", sagt Doris Wagner.

Das meint sie keineswegs unfreundlich, im Gegenteil. Für eine Hühnersuppe nämlich braucht es ein Suppenhuhn, sagt die 49-Jährige, und das muss mindestens drei Stunden gekocht werden. Sonst hilft es nicht. Weil das nicht mehr jeder weiß, bietet Wagner die Brühe inzwischen auch im Glas an. Jeden Donnerstag kocht sie Hühnersuppe ein.

Die Milch ihrer 30 Kühe verarbeitet sie in der hauseigenen Mini-Molkerei zu Quark, Buttermilch und Frischkäse. Der Liter Milch kostet einen Euro und den zahlen die Kunden bereitwillig. Außerdem gibt es bei ihr Nudeln und Sauerkraut, Wein und Kartoffeln. Alles aus der Region. Wie die anderen kauft sie ein paar wenige Sachen zu. Konkurrenz gibt es keine unter den Vieren, zu unterschiedlich ist das Sortiment.

Am Wochenende kann es voll werden

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Die Hofläden sind ein Wirtschaftsfaktor im Ort, jeder beschäftigt mehrere Mitarbeiter. Um die 20 allein der Müller Winkler, die anderen ein paar weniger. Und die eigenen Familien natürlich.

Draußen stehen die Autos der Kundschaft, das Parkplatz-Problem müssen sie irgendwann angehen. Am Wochenende kann es voll werden in der Dorfstraße. "Ich komme jede Woche", sagt eine Dame mit Ansbacher Kennzeichen, "hier weiß ich wenigstens, wo das Zeug herkommt." Sie hat Wurst gekauft und Käse, Gemüse beim Winkler und Brot beim anderen Winkler. In den Supermarkt gehe sie kaum noch, sagt sie. "Hier krieg ich doch alles." Fast alles. Außer Klopapier und Waschmittel.