Bayern Grippe-Impfstoff aus Frankreich soll Engpass überbrücken

Eine Patientin lässt sich in einer Polyklinik in Thüringen gegen Grippe impfen.

(Foto: dpa)

Weil die Versorgung im Freistaat knapp wird, behilft sich der Apotheker-Verband kurzfristig mit Grippe-Impfungen aus dem Nachbarland.

Von Dietrich Mittler

Die bayernweiten Engpässe bei der Versorgung mit Grippe-Impfstoff können zumindest kurzzeitig überbrückt werden. Wie Hans-Peter Hubmann, der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbandes bestätigte, ist es ihm nach Absprache mit den Krankenkassen gelungen, 20 000 aus Frankreich stammende Portionen Vierfach-Impfstoff zu sichern. "Das ist der identische Stoff, der auch bei uns die ganze Zeit über verimpft wurde. Er hat einen französischen Beipackzettel, was aber keine Rolle spielt, weil er sowieso in der Arztpraxis verimpft wird", sagte Hubmann. Der in diesem Fall von der Firma Sanofi hergestellte Impfstoff werde über den Großhandel - wenn alles gut läuft - in der bestellten Menge in eineinhalb Wochen in Bayerns Apotheken gelangen, die ihn dann an die Ärzte weitergeben.

Der nun mögliche Import ist allein der aktuellen Krisenlage geschuldet. Um dieser wirksam zu begegnen, hatte am Mittwoch in München eine Krisensitzung der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen stattgefunden. Dabei kam auch ein möglicher Import von Impfstoffen zur Sprache. "Seit Mittwochabend ist der Import komplett freigegeben. Wegen der Krise gibt es nun keine Beschränkungen mehr", sagte Hubmann.

"Das ist schon mal eine Entlastung", betonte er, "wir sind froh über alles, was wir derzeit bekommen können." Zudem wurden auch Bayerns Ärzte dazu autorisiert, "angesichts dieser besonderen Situation untereinander Impfstoffe auszutauschen", wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilte. Nach Angaben von Hubmann seien im Freistaat bis Ende Oktober bereits "deutlich mehr als eine Million Impfstoffe" gegen die Influenza verabreicht worden.

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