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Grenze erreicht:Proteste gegen Ansturm auf die Mainschleife

An der Mainschleife bei Volkach (Landkreis Kitzingen) haben am Sonntag erneut Menschen gegen eine Überfüllung der Mainufer mit Tagestouristen demonstriert. Rund 30 Aktivisten fanden sich zusammen, um ihren Unmut über zugeparkte Straßen, Müll-Überreste am Ufer und betrunkene Jugendliche am Strand und auf Booten kundzutun. Der Zustrom von Tagestouristen zur Mainschleife gilt seit längerer Zeit als Ärgernis, die Problematik hat sich in der Corona-Pandemie noch verschärft. Auch auf dem Wasser gibt es zunehmend Probleme mit Stand-Up-Paddlern, kleinen Privatbooten und Schwimmern. "Das Wasser wird immer mehr belastet", sagt Reiner Pflaum von der Wasserschutzpolizei. In Würzburg, Schweinfurt und Bamberg komme es deshalb regelmäßig zu Konflikten mit Kreuzfahrt- und Containerschiffen, die nur schwer ausweichen können.

In Volkach hat sich mittlerweile eine Task-Force gebildet, um Verstöße zu sanktionieren sowie mehr Mülleimer und mobile Toiletten einzurichten. An stark besuchten Stellen wird inzwischen ein Sicherheitsdienst eingesetzt. Die Demonstranten forderten drastischere Strafen für rücksichtslose Besucher. Um Touristenströme zu verhindern, wollen sie zudem erreichen, dass die Region nicht mehr als Urlaubsziel beworben wird. Seit langem seien die Grenzen der Belastbarkeit für Natur und Bürger erreicht. Bei einer ersten Demonstration waren am vorigen Wochenende knapp hundert Menschen gekommen.

© SZ vom 17.08.2020 / dpa
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