Armin Grein ist tot:Der Grandseigneur der Freien Wähler

Armin Grein ist tot: Armin Grein kurz vor seinem 80. Geburtstag daheim in Marktheidenfeld.

Armin Grein kurz vor seinem 80. Geburtstag daheim in Marktheidenfeld.

(Foto: Daniel Karmann/picture alliance/dpa)

Armin Grein hat die Geschichte der bayerischen Politik mitgeschrieben: Er war Bürgermeister, Landrat und Gründungsvater der Freien Wähler. Mit seinem Nachfolger war er nicht immer einer Meinung. Zum Tod eines zugewandten Menschen und Politikers.

Von Johann Osel

Wer wissen will, welch feiner Mensch Armin Grein war, großzügig ausgestattet mit Geduld, Zugewandtheit und Gutmütigkeit, der kann eine Episode im Landratsamt Main-Spessart aufführen, irgendwann Ende der Achtzigerjahre. Beim Landrat der Freien Wähler in dem unterfränkischen Landkreis hockte eine Frau im Büro, die ihn dringend sprechen wollte. Sie beklagte, man habe ihr unbegründet den Führerschein genommen, der Landrat müsse intervenieren. Die eilig beschaffte Akte indes kündete von Drogenproblemen der Frau, Grein stellte die Sachlage "freundlich, aber deutlich" dar. Doch die Frau blieb, erst eine Stunde, jedes "Hinauskomplimentieren" scheiterte, auch schärfere Hinweise auf Hausfriedensbruch und die Polizei fruchteten nicht. Ernst machen aber wollte Grein partout nicht. Vier Stunden "campierte" die Frau beim Landrat, bis der "den Wettbewerb des Sitzfleisches" gewann.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusBauerndemos
:Der Proteststaubsauger

FW-Chef Hubert Aiwanger hat sich am Montag wieder einmal feiern lassen, die CSU-Prominenz ging medial unter - und Ministerpräsident Söder fehlte ganz. Dafür gibt es eine plausible Erklärung.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: