Nach UnwetterWanderer mit Hubschraubern ins Tal gebracht

Lesezeit: 2 Min.

Die 60 Wanderer hatten auf der Hütte übernachtet (Archivbild).
Die 60 Wanderer hatten auf der Hütte übernachtet (Archivbild).
Stephan Rumpf

Die 60 Wanderer sitzen auf der Höllentalangerhütte fest und können wegen beschädigter Brücken nicht zu Fuß ins Tal zurück.

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Nach schweren Unwettern sind am Wochenende Feuerwehren und Polizei im Freistaat zu Hunderten Einsätzen ausgerückt. Besonders aufwendig war die Rettung mehrerer Dutzend Wanderer von einer Berghütte in der Nähe von Garmisch. Wegen beschädigter Brücken konnten sie vorerst nicht zu Fuß ins Tal zurück gelangen - und wurden am Sonntag mit Hubschraubern ausgeflogen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) machte keine Hoffnung auf Sonne in den kommenden Tagen. Zum Wochenbeginn soll es laut DWD trüb, nass und grau bleiben: "Am Montag dichte Regenwolken, am Dienstag von Unterfranken bis nach Südbayern leichter Regen." Örtlich sind im Laufe der Woche weiterhin Überschwemmungen möglich.

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Am Sonntag waren mehrere Hubschrauber in Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen im Einsatz. Dort hatte zuvor Landrat Anton Speer (Freie Wähler) den Katastrophenfall ausgerufen, um die Einsatzkräfte bündeln zu können, wie ein Behördensprecher sagte.

Der Bergwacht zufolge saßen gut 60 Bergwanderer auf der Höllentalangerhütte fest, unter ihnen auch Kinder. Verletzte gab es nicht. Die Menschen hatten die Nacht auf der Hütte verbracht. Wegen zerstörter Brücken und Wege im Höllental war ihnen der Rückweg versperrt. Diesen wieder begehbar zu machen, werde mehrere Tage dauern, sagte der Bergwachtssprecher. Deswegen seien die Wanderer mit Hubschraubern ausgeflogen worden.

Bereits in der Nacht hatte es in Grainau einen großen Einsatz gegeben: Mehr als 200 Bewohner der Gemeinde waren vorübergehend in Sicherheit gebracht worden. Der im Tal fließende Hammersbach war nach Angaben der Integrierten Leitstelle Oberland infolge der starken Regenfälle und der von den Bergen kommenden Wassermassen über die Ufer getreten. Zudem war eine Mure abgegangen. Es waren etwa 100 Kräfte im Einsatz.

Auch im restlichen Freistaat gewitterte und regnete es in der Nacht zum Sonntag teilweise heftig. Feuerwehren und Polizei waren zeitweise im Dauereinsatz. In Nürnberg meldete die Feuerwehr wegen des Unwetters mehr als 100 Einsätze innerhalb von zwei Stunden. In einem Gebäude schlug ein Blitz ein und trat in zwei Wohnungen durch die Zimmerdecke wieder aus. Ein Feuer wurde dadurch nicht entfacht. Außerdem wurde den Angaben zufolge eine Oberleitung der Bahn durch einen brennenden Ast beschädigt. Ein größerer Schaden entstand demnach allerdings nicht. Zudem liefen mehrere Keller voll und mussten von der Feuerwehr ausgepumpt werden. So auch in Erlangen, selbst im Rathaus stand das Wasser. Die Reparatur der Schäden werde einen Tag dauern, hieß es, deswegen sollte die Behörde am Montag geschlossen bleiben.

Im Landkreis Aschaffenburg gab es mehr als 70 Einsätze der Feuerwehr. "In der Gemeinde Haibach stand ein Haus bis zum Erdgeschoss unter Wasser", teilte die Feuerwehr mit. Die Bewohnerin kam verletzt ins Krankenhaus. Zahlreiche Keller liefen voll. Etliche Straßen wurden von Schlamm überspült.

Im schwäbischen Krumbach brannte in der Nacht zum Sonntag ein Wohnhaus. "Blitzschlag als Brandursache ist nicht auszuschließen", sagte ein Polizeisprecher. Die 30 Jahre alte schwangere Bewohnerin rettete sich unverletzt ins Freie. Sie wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Den Schaden schätzte die Polizei auf mehr als 100 000 Euro. Auch im Landkreis Wolfratshausen schlug der Blitz ein und setzte eine Scheune in Brand. Zwei Menschen wurden verletzt. Die Scheune, in der Heu gelagert war, brannte völlig aus. 120 Feuerwehrleute verhinderten, dass "extremer Funkenflug" das benachbarte Wohnhaus in Eurasburg in Flammen setzte. Alle fünf Bewohner des Hofes brachten sich in Sicherheit. Ein 64-Jähriger wurde mit einer Rauchgasvergiftung in die Klinik eingeliefert. Während der Löscharbeiten wurde ein 19 Jahre alter Feuerwehrmann verletzt. Den Schaden schätzte die Polizei auf mindestens 150 000 Euro.

© sz.de/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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