Grainau:Ferienlager evakuiert

Zehnjähriger findet Phosphorgranate und löst Großeinsatz der Rettungskräfte aus

Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften hat am Donnerstagabend in Grainau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) die Unterkunft eines Ferienlagers für Kinder geräumt, nachdem ein Zehnjähriger eine Phosphorgranate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt hatte. Laut einer Mitteilung der Polizei vom Freitag hat der Junge im seichten Wasser am Ufer des Eibsees eine rostige Dose gefunden und in die Unterkunft mitgenommen. Die Dose erwies sich demnach als sogenannter Phosphorbecher. Die Chemikalie, die in Brandbomben und Rauchgranaten Verwendung fand, entzündete sich beim Trocknen und beim Kontakt mit Sauerstoff und setzte große Mengen Rauch frei. Als der Bub den Becher ins Freie tragen wollte, zog er sich schwere Brandverletzungen an den Händen zu. Ein neunjähriges Mädchen erlitt durch die Aufregung eine leichten Schock und musste die Nacht ebenfalls im Krankenhaus verbringen. Auch die anderen rund 70 Kinder aus der Gruppe konnten nicht in der verrauchten Unterkunft bleiben. Alle wurden in einem eilig aufgebauten Dekontaminierungszelt abgeduscht, ihre Kleider werden vernichtet. Das BRK sorgte für frische Kleidung und betreute die Kinder, bis sie abgeholt werden konnten.

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