Gesundheitsministerium Krebsregister wird neu organisiert

In Gemünden sollen Daten zu Tumorerkrankungen erfasst werden

Im März kommenden Jahres soll im unterfränkischen Gemünden das auf neue Fundamente gestellte Bayerische Krebsregister seine Arbeit aufnehmen - unter Regie des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Anfang dieser Woche wurde der Mietvertrag für 420 Quadratmeter Bürofläche in der ehemaligen Post am Gemündener Bahnhof unterzeichnet. 16 Mitarbeiter sollen dort dabei mitwirken, alle bösartigen Tumor-Neubildungen und ihre Frühformen flächendeckend in ganz Bayern zu erfassen. "Außerdem wird die Erfassung der Todesbescheinigungen für das Bayerische Krebsregister konzentriert werden", hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Zuvor wurde die Erfassung der Krebsdaten, die letztlich auch dazu dient, noch mehr über die Ursachen und die Entwicklung von Tumorerkrankungen herauszufinden, von sechs regionalen Krebsregistern geleistet. Diese Register waren in München, Regensburg, Bayreuth, Erlangen, Würzburg und Augsburg an Klinken angesiedelt. Die bewährten regionalen Standorte sollen in die neue Struktur integriert werden. Darauf hatte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) bereits zu Beginn dieses Jahres ihr Wort gegeben, als sie sagte: "Wir brauchen Sie auch künftig." Anfangs kamen aber auch seitens der Kliniken Bedenken gegen die Neuorganisation. Insbesondere aber die "Bürger Initiative Gesundheit" hatte das Vorhaben mit aller Schärfe angegangen: Das neue Konstrukt sei "nicht auf den Versorgungsalltag ausgerichtet und entspreche auch nicht den Anforderungen der Patienten". Insbesondere aber werde der Datenschutz ausgehebelt.

Nachdem jedoch zunächst das Kabinett und später auch der Landtag mit einem neuen bayerischen Krebsregister-Gesetz den Weg für die Neuorganisation frei gemacht hatte, ebbte auch der Widerstand ab. Lediglich die Landtags-SPD kritisierte noch einmal, die CSU stimme hier "die Bedenken von Datenschützern nieder". Aus Humls Sicht allerdings war die Neuorganisation dringend geboten. Zum einen sei der Schutz der sensiblen Patientendaten sehr wohl gesichert, zum anderen sei auch nicht von der Hand zu weisen: Bedingt durch die bisherige Erfassungsstruktur seien "klinische Daten noch nicht vollständig und auch zum Teil erst mit großer Zeitverzögerung registriert" worden. Erst die neue Struktur sichere "vollständige und vergleichbare Datensätze für ganz Bayern". Überdies würden so Doppelstrukturen vermieden. Die sogenannte Vertrauensstelle, in der die eingehenden Daten auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft werden, verbleibt indes in Nürnberg.