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Gesundheitsministerium:Huml: Möglichkeiten zu HIV-Test nutzen

Zum Auftakt der bayerischen HIV-Testwoche hat Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Donnerstag die Bevölkerung dazu aufgerufen, die zusätzlichen Testmöglichkeiten zu nutzen, die derzeit im Freistaat von Gesundheitsämtern, Aids-Beratungsstellen und Aids-Hilfen angeboten werden. "Aids ist zwar mittlerweile behandelbar, aber immer noch nicht heilbar", erklärte die Ministerin. Viele der Betroffenen, die bereits - ohne es zu wissen - das HI-Virus in sich trügen, verringerten nicht nur ihre eigenen Behandlungsaussichten. Sie gefährdeten auch die Gesundheit anderer. Während der Testwoche im vergangenen Jahr wurde in Bayern das Angebot insgesamt 530 Mal aufgegriffen. Vier dieser Tests waren HIV-positiv.

Insgesamt hatten sich 2016 nach einer neuen Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 390 Menschen in Bayern neu mit dem HI-Erreger infiziert. Insgesamt lebten im Freistaat Ende 2016 mehr als 12 000 Menschen - rund 9600 Männer und 2400 Frauen - mit dem Virus. 1600 von ihnen hätten aber keine entsprechende Diagnose gehabt, sagte die Gesundheitsministerin. Vor dieser Gefahr warnt auch das Robert Koch-Institut in Berlin eindringlich: "Es ist auffällig, dass seit Jahren unverändert bei mehr als einem Viertel der HIV-Neudiagnosen die Infektion erst dann festgestellt wird, wenn der Betroffene längst erkrankt ist."