Gesundheit - München:427 Beschwerden in neun Monaten: Viel Arbeit für Pflege-SOS

Lesezeit: 1 min

Direkt aus dem dpa-Newskanal

München (dpa/lby) - In den ersten rund neun Monaten seit Bestehen sind bei der bayerischen Pflege-SOS-Hotline 427 Beschwerden eingegangen. Dies geht aus einer Auflistung des Landesamtes für Pflege hervor, über die zunächst die "Süddeutsche Zeitung" berichtet hatte. Insgesamt seien es in dem besagten Zeitraum 587 Anfragen gewesen. 200 der eingegangenen Beschwerden seien anonym gewesen. In 102 Fällen seien die Beschwerden vom Pflegepersonal gekommen, 256 stammten von Pflegebedürftigen und Angehörigen.

Die Mehrheit der Beschwerden (212) habe sich demnach mit dem Thema "Pflegequalität" befasst. Dabei sei es etwa um die Körperpflege, Ernährungsversorgung, das Wundmanagement oder das Medikamentenmanagement gegangen. 125 Beschwerden widmeten sich dem Thema "Information/Kommunikation", 70 gingen um die Servicequalität.

Einen großen Anteil (178) hätten auch Beschwerden über die Organisation bzw. Struktur eingenommen, etwa wegen Hinweisen über zu wenig Pflegefachpersonal. Über Gewalterlebnisse hätten sich bisher 41 Menschen beim Pflege-SOS beschwert.

"Jeder Beschwerde muss unverzüglich von der Heimaufsicht der jeweils zuständigen Kreisverwaltungsbehörde nachgegangen werden", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Bei einer Bestätigung von Beschwerdepunkten sei es Aufgabe der Heimaufsicht - stets in Abwägung mit den Belangen der Pflegebedürftigen - erforderliche Maßnahmen anzuordnen, wenn Einrichtungsträger ihrer Verantwortung für eine qualitätsvolle Pflege nicht ausreichend nachkommen. "Darüber hinaus wird eine Abgabe an die Staatsanwaltschaft geprüft." Auch das Gesundheitsministerium werde über solche Vorgänge informiert.

Ziel sei es, Missstände in Pflegeheimen möglichst schnell zu erkennen und dann unverzüglich abzustellen. "Die Menschen sollen darauf vertrauen können, dass sie oder ihre Angehörigen in den Pflegeeinrichtungen in Bayern bestmöglich versorgt werden, indem bekannten Missständen entschlossen und effizient begegnet wird", sagte Holetschek.

© dpa-infocom, dpa:221128-99-697396/2

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema