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Gesundheit:Acht neue Corona-Fälle

Schulen öffnen nach den Ferien wieder

Seit vergangenem Donnerstag sind in Bayern zu den bisher 14 bestätigten Coronavirus-Fällen mindestens acht neue hinzugekommen. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, stammen die Neuerkrankten aus Erlangen, Nürnberg und München sowie aus den Landkreisen Ostallgäu, Rosenheim, Ebersberg, Freising und Starnberg. "Die Gesundheitsbehörden ermitteln aktuell sowohl mögliche Kontaktpersonen als auch Zusammenhänge zu bislang bekannten Fällen", teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

Mittlerweile schließt nun auch die Staatsregierung nicht mehr aus, "dass manche Großveranstaltungen wie zum Beispiel Messen abgesagt oder verschoben werden". Dies ist das Ergebnis des Coronavirus-Krisenstabs, der am Sonntag unter der Leitung von Gesundheitsministerin Melanie Huml und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) das erste Mal zusammentrat. "Dabei sind wir natürlich in engem Kontakt mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Robert-Koch-Institut in Berlin", sagte die Ministerin.

Bei dem bereits am Donnerstag bekanntgewordenen Fall handelt es sich um einen Oberarzt, der an der Dermatologie des Universitätsklinikums Erlangen tätig ist und sich vor gut zehn Tagen bei einem Ärztetreffen in München bei einem italienischen Kollegen aus Mailand angesteckt hatte. Er war zum Zeitpunkt, als er sich im Uniklinikum Erlangen testen ließ, noch vollkommen beschwerdefrei. Mittlerweile, so ließ nun das Gesundheitsministerium wissen, hätten sich seine ermittelten Kontaktpersonen ebenfalls einem Test unterzogen. "Darunter befanden sich bislang keine positiven Befunde", hieß es. In einer Mitteilung des Uniklinikums Erlangen erklärte der betroffene Oberarzt unterdessen, ihm gehe es "soweit gut". Seine augenblicklichen Beschwerden beschreibt er so: "Der Hals kratzt ein wenig, die Nase läuft, es ist wie bei einer leichten Erkältung."

In Nürnberg handelt es sich nach den Angaben des Gesundheitsministeriums um die Frau eines 36-Jährigen, der am Donnerstag vergangener Woche in Karlsruhe positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet worden war. Daraufhin hatte das Nürnberger Gesundheitsamt "umgehend mit der Familie Kontakt aufgenommen", wie die Stadt mitteilte. Die Ehefrau des Erkrankten mit ihren zwei Kindern sowie die Schwiegermutter des Covid-19-Patienten seien zur Abklärung im Klinikum Nürnberg auf die Isolierstation gekommen. Erste Details gibt es auch über den Corona-Infizierten im Ostallgäu. Es soll sich dabei um einen Mitarbeiter der Firma DMG Mori in Pfronten handeln. Damit aber nicht genug: Weil eine Schülerin aus Nordrhein-Westfalen Krankheitssymptome aufwies, stoppten österreichische Behörden am Samstag die 52-köpfige Reisegruppe kurz hinter der Grenze nach Bayern. Die Jugendliche hatte offenbar vor der Klassenfahrt Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Patienten. Der Bus musste zurück, die Reisegruppe wurde am Wochenende vom Gesundheitsamt des Landkreises Ostallgäu betreut. Am Sonntag gab es Entwarnung.

Ein Test bei der Schülerin war negativ. Von der ersten nun im Kreis Ebersberg festgestellten Coronavirus-Infektion ist ein 52-jähriger Geschäftsmann betroffen, der berufliche Kontakte nach Italien pflegt. Obwohl er keine Symptome bei sich feststellte, hatte er sich prophylaktisch testen lassen. Er, seine überwiegend in München lebenden Mitarbeiter sowie auch seine Frau und seine Tochter, die nach Angaben des Ebersberger Landratsamtes "vor den Ferien eine Münchner Schule besuchte", stehen unter häuslicher Quarantäne.

Zum Schulbeginn werden Bayerns Schulen auf jeden Fall den Unterricht wieder aufnehmen. Dies bestätigte am Sonntag ein Sprecher des Kultusministeriums. Zwar befürchtet auch die Staatsregierung, dass sich unter den aus den Faschingsferien zurückgekehrten Italienurlaubern etliche mit dem Corona-Virus infiziert haben könnten, doch bislang setzen die Ministerien noch auf die Vernunft der Urlaubsrückkehrer. Diese wurden zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Für Bayerns Schüler heißt das: Diejenigen, die in den vergangen beiden Wochen in einem der ausgewiesenen Risikogebiete waren, sollten vorläufig zu Hause bleiben. Darüber sei jedoch unbedingt die Schule zu informieren, machte der Sprecher des Kultusministeriums deutlich. Kindertagesstätten sollen ebenfalls geöffnet bleiben.

© SZ vom 02.03.2020

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