Gemeindetag fordert Fünf Meter Naturschutz

Landwirte sollen Randstreifen zu Gewässern nicht düngen

Der Bayerische Gemeindetag und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben die Staatsregierung aufgefordert, die kleinen Flüsse und Bäche in Bayern besser zu schützen. Ein zentraler Punkt sei, dass endlich auch der Freistaat die Bauern verpflichten müsse, sogenannte Gewässerrandstreifen zwischen ihren Äckern und angrenzenden Bächen und kleineren Flüssen einzuhalten, erklärten der Gemeindetagspräsident und Abensberger Bürgermeister Uwe Brandl (CSU) und LBV-Chef Norbert Schäffer am Donnerstag. In allen anderen Bundesländern sind solche mindestens fünf Meter breite Abstände, auf denen nicht gedüngt und keine Gülle ausgebracht wird, Pflicht für die Landwirte. Nur der Freistaat weigert sich beharrlich, der Bundesvorgabe nachzukommen und setzt auf Förderprogramme für Bauern, die freiwillig Randstreifen schonen.

Der Freistaat müsse endlich von der "Dogmatik des freiwilligen Schutzes von Gewässerrandstreifen abkehren", sagte Gemeindetagschef Brandl. "Kein Bundesland außer Bayern überlässt den Schutz von wasserfachlich notwendigen Gewässerrandstreifen der Freiwilligkeit." Gerade vor dem Hintergrund der europaweiten Debatte über den Gewässerschutz müsse die Staatsregierung die fünf Meter breiten Pflichtrandstreifen auch für Bayern durchsetzen. "Bayerische Gewässer haben keinen geringeren Anspruch auf Schutz als Gewässer anderer Bundesländer."

LBV-Chef Schäffer betonte, dass Gewässerrandstreifen "einerseits enorm wichtig für die für die Wasserqualität sind". Andererseits dienten sie als Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. "An jedem Gewässer in Bayern müssten solche Gewässerrandstreifen verbindlich sein, wie es das bundesweit ja bereits länger der Fall ist." Gemeindetag und LBV präsentierten außerdem eine Broschüre über die Renaturierung kleiner Bäche und Flüsse. Sie stehen meist unter Hoheit der Kommunen. Der LBV hat die Broschüre extra für Gemeindeverwaltungen erarbeitet, die etwas für deren Schutz tun wollen.