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Gefährlicher Schädling:Auf dem Vormarsch

Der Moschusbockkäfer befällt Bäume.

(Foto: STmLEF)

Der asiatische Moschusbockkäfer macht sich in Oberbayern breit

Ein pechschwarzer Körper mit einem blutroten Halsschild und unheimlich lange Fühler: Der asiatische Moschusbockkäfer oder Aromia bungii ist ein sehr auffälliges Insekt. Und ein gefährliches dazu. Die Weibchen legen ihre Eier in Bäumen ab - vorzugsweise in Zwetschgen-, Kirschen- und Pflaumenbäumen. Die Larven, die schon nach kurzem schlüpfen, fressen sich die folgenden zwei oder drei Jahre durch die Bäume und schädigen sie so massiv, dass die meisten absterben. Nur gut, möchte man da meinen, dass der asiatische Moschusbockkäfer in Zentralchina und der Mongolei zu Hause ist, da kann er hier keinen Schaden anrichten - das ist falsch.

"Wenn wir nicht höllisch aufpassen, dann breitet sich Aromia bungii auch bei uns aus", sagt Ralf Petercord, der oberste Schädlingsexperte an der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft. "Mit allen schlimmen Folgen für die Wirtsbäume hier." Denn angekommen ist der asiatische Moschusbockkäfer schon in Bayern. Es war im Juli 2011, als ein renommierter Insektenkundler ihn das erste Mal in Bayern nachgewiesen hat - an einem Pflaumenbaum im oberbayerischen Kolbermoor. Wahrscheinlich wurde der Schädling in einer Transportkiste oder Importpflanzen aus Fernost eingeschleppt. Seither breitet er sich in der Gegend um Kolbermoor aus. Diesen Sommer wurde das erste Exemplar in Rosenheim gesichtet. "Aromia bungii ist klar auf dem Vormarsch", sagt Petercord. "Zwar nicht sehr schnell, aber offenbar kontinuierlich."

Noch können Petercord und seine Kollegen nicht sagen, wie bedrohlich die Lage tatsächlich ist. Bislang wurden erst gut zwei Dutzend Exemplare des Schädlings gesichtet und etwa 20 befallene Bäume festgestellt. Die Experten am Julius Kühn-Institut, der zentralen Bundesbehörde für Kulturpflanzen also, gehen aber davon aus, dass sich der asiatische Moschusbockkäfer weiter ausbreiten wird, sofern nicht schnell Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Denn die klimatischen Bedingungen in Bayern sind sehr günstig für den Schädling. Außerdem trifft er hierzulande auf reichlich Wirtsbäume. Zumal er nicht nur Obstbäume befällt, sondern auch Kastanien, Pappeln und andere Baumarten mehr, wie Petercord sagt, und die Wirtsbäume ihm hilflos ausgeliefert sind. "Gegen den asiatischen Moschusbockkäfer hilft nur eins", sagt Petercord: "Man muss die befallenen Bäume schnellstens umlegen und ihr Holz samt Larven verbrennen oder anders beseitigen - auch wenn das den Besitzern weh tut."